"Glatte Fälschung"

Steirisches Bild um 13.400 Euro als "Hitler" versteigert

Österreich
05.10.2010 12:15
Ein Aquarell namens "Ortschaft am Main", das angeblich von Adolf Hitler gemalt worden sein soll, ist jetzt in England für mehr als 13.000 Euro versteigert worden. "Glatte Fälschung!", wissen viele Steirer. Denn zum einen ist auf dem Aquarell eindeutig die Stadt Judenburg zu erkennen, zum anderen wurde die abgebildete Brücke erst 1939 gebaut.

Berichte über die geplante Versteigerung haben in der Steiermark schon seit geraumer Zeit die Runde gemacht. "Das ist eindeutig eine Ansicht von Judenburg", bestätigt Gerhard Emmersdorfer vom Stadtmuseum Judenburg den von vielen Steirern gehegten Verdacht, dass die "Ortschaft am Main" in Wirklichkeit an der Mur liegt.

"Dass das Bild von 1910 stammt, kann ebenfalls nicht stimmen, weil die abgebildete Brücke erst im Jahr 1939 eröffnet wurde, vorher gab's hier kein ähnliches Bauwerk", weiß Emmersdorfer.

Unterschiede in Stil und Kunstfertigkeit
Die Mutmaßung der Experten: "Das Aquarell könnte von dem Judenburger Maler Sepp Thoma stammen, der hatte einen ähnlichen Stil." Oder vielleicht ist es das Werk eines britischen Besatzungssoldaten - das würde zumindest erklären, wie die Bilder nach England gekommen sind. Die renommierte deutsche Tageszeitung "Die Welt" zweifelte ja schon vor der Auktion der 13 Hitler-Aquarelle deren Echtheit an: "Vergleicht man unzweifelhaft von Hitler stammenden Werke damit, dann zeigen sich deutliche Unterschiede in Sujets, Stil und Kunstfertigkeit."

Dem Auktionshaus Mullocks kann's egal sein: Die umstrittene Versteigerung brachte 120.000 Euro ein. Für das Bild "Ortschaft am Main" wechselten 13.400 Euro den Besitzer.

von Barbara Winkler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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