25.09.2020 17:12 |

Empörung in Frankreich

Frau von Männern attackiert, weil sie Rock trug

In Frankreich sorgt derzeit ein sexistisch motivierter Angriff auf eine junge Frau für landesweite Empörung. Eine 22-jährige Studentin wurde in der Stadt Straßburg von drei Männern angegriffen, weil sie einen Rock trug. Im französischen Radio sagte sie, das Trio hätte sie zunächst als „Schlampe in einem Rock“ beschimpft und dann festgehalten und geschlagen. Außerdem hätten rund 15 Zeugen den tätlichen Angriff beobachtet, aber nichts unternommen.

Die junge Frau gab dem Radiosender France Bleu ein Interview, in dem sie - mit einem sichtbaren blauen Auge - von dem Angriff erzählte. Dabei rief sie auch Zeugen des Vorfalls dazu auf, sich zu melden, bevor die drei Männer dasselbe auch anderen Frauen antun könnten. „Ich verstehe nicht, wie man am Abend nach Hause gehen kann in dem Wissen, eine Frau so beleidigt und geschlagen zu haben, und dann auf sich stolz zu sein. So etwas einer Frau anzutun ist nicht männlich. Ihr seid keine Männer“, sagte sie in dem Interview.

Die Regierung verurteilte den Vorfall im elsässischen Straßburg bereits scharf. Frauen dürften sich nicht wegen der Wahl ihrer Kleidung gefährdet, belästigt, bedroht oder angegriffen werden, sagte der Regierungssprecher Gabriel Attal.

„Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich“
Ministerin Marlene Schiappa - sie war bis Juli Staatssekretärin für Gleichstellung in Frankreich - reiste bereits nach Straßburg, um sich dort mit Vertretern der Polizei zu treffen, um über einen besseren Schutz für Frauen zu sprechen. „Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich und die Frau noch weniger“, sagte sie dem France Bleu. Bei den Angreifern handle es sich um „sexistische, misogyne und gewalttätige Menschen“, die sich über jedes Gesetz und jede Verhaltensregel hinwegsetzen würden.

Die junge Frau erstattete bereits Anzeige bei der Polizei, diese habe bereits Ermittlungen in dem Fall eingeleitet.

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