"Das ist eindeutig eine Ansicht von Judenburg", bestätigt Gerhard Emmersdorfer vom Stadtmuseum Judenburg den von vielen Steirern gehegten Verdacht, dass die "Ortschaft am Main" in Wirklichkeit an der Mur liegt. "Dass das Bild von 1910 stammt, kann ebenfalls nicht stimmen, weil die abgebildete Brücke erst im Jahr 1939 eröffnet wurde, vorher gab's hier kein ähnliches Bauwerk", weiß Emmersdorfer.
Unterschiede in Stil und Kunstfertigkeit
Die Mutmaßung der Experten: "Das Aquarell könnte von dem Judenburger Maler Sepp Thoma stammen, der hatte einen ähnlichen Stil." Oder vielleicht ist es das Werk eines britischen Besatzungssoldaten - das würde zumindest erklären, wie die Bilder nach England gekommen sind. Die renommierte deutsche Tageszeitung "Die Welt" zweifelte ja schon vor der Auktion der 13 vermeintlichen Hitler-Aquarelle deren Echtheit an: "Vergleicht man unzweifelhaft von Hitler stammenden Werke damit, dann zeigen sich deutliche Unterschiede in Sujets, Stil und Kunstfertigkeit."
Dem Auktionshaus Mullocks kann's egal sein: Die umstrittene Versteigerung brachte 120.000 Euro ein. Für das Bild "Ortschaft am Main" wechselten 13.400 Euro den Besitzer.
von Barbara Winkler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at










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