Illegales Glücksspiel

Neues Gesetz: Goldene Zeiten für Spielhöllen vorbei?

Tirol
03.10.2010 17:27
Mit einem ganzen Arsenal an Tricks ist es den Automatenbetreibern in Tirol bislang gelungen, trotz aufrechten Verbots nahezu ungestört ihren Geschäften nachgehen zu können. Vereinzelte Razzien der Polizei und 15.000 Euro Strafe wirkten auch nicht wirklich abschreckend. Das soll jetzt mit der Novelle eines Bundesgesetzes und der "SOKO Glücksspiel" anders werden.

Illegales Glücksspiel: Das umfasst Automaten, manipulierbare Wetten und Pokerspiele. "Von Jugend- oder Spielerschutz, wie er gesetzlich vorgeschrieben ist, kann in den Spielhöllen keine Rede sein", urteilte Casino-General Karl Stoss schon 2009.

In der Tat blüht das Geschäft mit dem illegalen Glücksspiel schon seit Jahren. Es herrscht ein regelrechter Wildwuchs. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich mehr als 300 Millionen Euro in Tirol umgesetzt werden - großteils am Fiskus vorbei.

Aber wie kann es sein, dass in Tirol 1.500 bis 2.000 Automaten stehen, obwohl dies verboten ist? Etliche Tiroler Automatenbetreiber haben ihre Glücksspiel-Server in der Steiermark postiert. Dort ist das "Kleine Glücksspiel" erlaubt. Und auch die Strafen sind nicht abschreckend: 15.000 Euro zahlen Betreiber aus der "Portokassa", wenn sie nicht ohnehin die zahlreichen juristischen Schlupflöcher zu nützen wissen. Die Gemeinden, die mit dem Vollzug betraut waren, waren heillos überfordert.

Doch glaubt man Experten, sind nun die Goldenen Zeiten vorbei: Das neue Glücksspielgesetz vom Juli 2010 bringt eine wesentliche Verschärfung der Strafbestimmungen mit sich. Eine "SOKO Glücksspiel" mit 160 geschulten Beamten hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und tourt durch Länder.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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