02.10.2010 18:24 |

Tiroler Steuer-Spion

Wurde Wolfgang U. in den Tod getrieben?

Der angebliche Selbstmord des mutmaßlichen Steuer-Spions Wolfgang U. in seiner Zelle gibt viele Rätsel auf – die Schweizer Behörden hüllen sich nach wie vor hartnäckig in Schweigen. Familie und Freunde des Tirolers wollen nicht glauben, dass er sich selbst das Leben nahm. Wurde der 42-Jährige in den Tod getrieben?

Der mysteriöse Tod des mutmaßlichen Steuer-Spions Wolfgang U. wirft viele Fragen auf. Warum wurde die österreichische Botschaft nicht über die Verhaftung informiert? Wieso kam er ins Gefängnis in Bern, wo er doch im Kanton Zürich festgenommen wurde?

Warum sollte der U-Häftling, der sein Wissen über mögliche Hintermänner hätte nutzen können, Selbstmord begehen? Und warum verheimlichen die Schweizer Behörden die genauen Todesumstände?

Nicht nur die Angehörigen des verstorbenen Grafikers fordern Antworten. "Ich habe Wolfgang noch zwei Tage vor seiner Verhaftung getroffen. Er war wie immer cool und voller Tatendrang. Ich kann nicht glauben, dass er sich selbst umgebracht hat – das passt nicht zu ihm", so ein langjähriger Freund zur "Krone".

"Der Mann wurde 'geselbstmordet'"
Historiker Dr. Sean Hross aus Bern glaubt zu wissen, was mit Wolfgang U. tatsächlich passierte: "In dieser Justizanstalt ist die sogenannte 'O2T'-Foltermethode der Geheimdienste besonders beliebt. Der Insasse wird mit kontrolliertem Sauerstoffentzug in abgedichteten Räumen gesprächig gemacht – oder durch Folge-Erkrankungen wie Depressionen in den Tod getrieben. Der Mann wurde 'geselbstmordet'. Ich weiß, wovon ich spreche, ich musste dies in Bern fünf Monate über mich ergehen lassen."

von Christoph Budin und Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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