Autos oft im Weg

Innsbrucks Tram ist im Städtevergleich viel zu langsam

Tirol
01.10.2010 16:14
Innsbrucks Straßenbahnsystem weist eine im internationalen Vergleich niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h auf. Normal sind bei der Tram 20, bei der Stadtbahn sogar 30 km/h. Die Arbeitsgemeinschaft Innsbrucker Nahverkehr, die diese Daten erhoben hat, schlägt die Einführung von Leitelementen vor.

Die Gründe für das gemächliche Tempo der Innsbrucker Straßenbahn sind vielfältig, aber hauptsächlich auf Behinderungen durch den motorisierten Individualverkehr (Staus) zurückzuführen. In vielen anderen Städten wurde dieses Problem durch eine räumliche Trennung von Fahrbahn und eigenem Gleiskörper gelöst, so wie es in Innsbruck am Südring zwischen Grassmayrkreuzung und Westbahnhof der Fall ist.

"Eigene Gleiskörper wurden in Innsbruck aber bisher kaum realisiert. Meist wurden lediglich per Leitlinie abgetrennte eigene Fahrspuren geschaffen", berichtet Manni Schneiderbauer von der "AG Innsbrucker Nahverkehr". Auch auf den neuen Tram-Strecken (Regionalbahn) wird es Abschnitte ohne baulich getrennten Gleiskörper geben. Das führt zu vielen Verzögerungen durch parkende, stehende oder auch fahrende Autos und damit zu einem Sinken der Durchschnittsgeschwindigkeit.

Anbringen von Leitschwellen als Lösung
Eine Lösung des Problems sei das Anbringen von Leitschwellen, die den Straßenraum der Tram für die Autofahrer sichtbarer machen. Diese Elemente, erhältlich in verschiedenen Ausführungen, sollen für Autos und auch Radfahrer überfahrbar sein. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Unfallgefahr dadurch sogar sinkt, weil Gefahrenstellen entschärft werden", berichtet Schneiderbauer.

Sein Verein hat auch Vorschläge für Teststrecken ausgearbeitet und Kostenvoranschläge eingeholt. Die Materialkosten für die Sicherung des Bestandsnetzes würden sich demnach auf rund 20.000 Euro belaufen.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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