"Luft-Detektiv"

Forscher entwickeln eine Alternative zum 'Nacktscanner'

Tirol
01.10.2010 09:08
Innsbrucker Wissenschafter haben eine Alternative zum "Nacktscanner" entwickelt. Die in Innsbruck realisierte Technologie könne gefährliche Stoffe in geringster Konzentration in der Luft aufspüren. Ihr Einsatz sei für die Gesundheit und die Privatsphäre unbedenklich, erklärten die Wissenschafter des Instituts für Ionenphysik und Angewandte Physik sowie Mitarbeiter des Unternehmens "Ionicon Analytik" in Innsbruck.

"Unsere Technologie kann sich jeder als eine Art 'Luft-Detektiv' vorstellen. Sobald winzigste Konzentrationen von Sprengmitteln, chemischen Kampfstoffen oder weiteren gefährlichen Substanzen auftreten, schlägt zeitgleich als technischer Kriminalist unser ultraempfindliches Analysegerät an. Es reagiert bereits auf Ebene einzelner Moleküle, kann daher frühzeitig Gefahren aufspüren, womit unverzüglich Schutzmaßnahmen ergriffen werden können", betonte der Physiker Tilmann Märk von der Universität Innsbruck. Märk ist Geschäftsführer der "Ionicon Analytik GmbH".

Gerät "äußerst präzise"
Das Gerät basiere auf Protonen-Tausch-Reaktions-Massenspektrometrie (PTR-MS). Dieses Verfahren ermögliche die Bestimmung der Masse von Teilchen im Verhältnis zu ihrer elektrischen Ladung. Aus diesen Verhältnissen könnten die einzelnen, in der analysierten Luft enthaltenen Substanzen einfach nachgewiesen und identifiziert werden.

Das auf dieser Basis entwickelte Gerät sei daher extrem empfindlich und dennoch äußerst präzise. Eines unter 10.000 Milliarden Teilchen in der Luft sei für den Nachweis und die Erkennung eines bedenklichen Stoffes ausreichend. Die Analyse sei so fein, dass es auch gelinge, Substanzen mit ähnlicher Struktur noch unterscheiden zu können, wobei der Zahl der untersuchten Stoffe kaum Grenzen gesetzt seien, dafür müsse der Scanner lediglich entsprechend eingestellt werden.

Umfangreiche Tests
Dies würden auch die Ergebnisse umfangreicher internationaler Tests zeigen, die die österreichischen Wissenschafter in Kooperation mit Einrichtungen, die Sprengmittel oder chemische Kampfstoffe verwenden dürfen, durchgeführt hätten.

Mit Grundlagenforschungen für die hochsensible neue Technologie begannen die Wissenschafter des Institutes bereits vor 30 Jahren im Lauf der 80er Jahre. Das Vorbild für die Idee kam damals aus der Natur: das Kleine Nachtpfauenauge und dessen feiner Riecher.

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