Für einen höflichen Umgang miteinander plädiert Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). Dafür muss auch in E-Mails noch Zeit sein, ansonsten gibt es freche Antworten retour.
Am 1. August, kurz nach Mitternacht, erkundigte sich ein Mitarbeiter eines städtischen Seniorenwohnheims beim Bürgermeister höchstpersönlich via E-Mail nach seiner ausstehenden Corona-Prämie. Er wollte vom Stadtchef wissen, ob und wann das Magistrat beabsichtigt, den Zuschlag auszuzahlen.
Wenig erfreut über das „rotzfreche“ Mail des Mitarbeiters war man im Büro des Bürgermeisters Harald Preuner (ÖVP). „Ich behandele jeden Mitarbeiter korrekt, anständig und höflich. Dasselbe erwarte ich mir auch umgekehrt“, erklärt der Stadtchef gegenüber der „Krone“ die nicht weniger freche Antwort-Mail seines Büroleiters Bernd Huber. „So viel Zeit, dass Sie vor ’Herr Preuner’ ein ’Bürgermeister’ vorstellen könnten, wäre wohl allemal gegeben“, heißt es in der E-Mail aus dem Bürgermeisterbüro.
Dann werden sechs weitere Punkte angeführt, etwa unterschiedliche Auffassungen rund um den Begriff „Held“ und dass Überlegungen zu einer Covid-Prämie derzeit laufen. „Sie werden daher zeitgerecht davon erfahren, ohne zwischenzeitlich am Hungertuch nagen zu müssen“, schreibt Preuners Büroleiter. Der Stadtchef selbst hat die E-Mail abgesegnet: „Ich habe es in Ordnung gefunden. Wer so ein rotzfreches Mail schreibt, braucht sich nicht über so eine Antwort wundern.“ Zudem seien bereits 370.000 Euro an Prämien ausbezahlt worden.
Zum guten Ton gehört auch eine Entschuldigung, die Neos, FPÖ und KPÖ Plus nun fordern. Die gab es bisher nicht, genauso wenig wie Konsequenzen.









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