02.09.2020 06:00 |

Viele Einsätze

Purer Leichtsinn auf den steirischen Bergen!

So viele Menschen wie noch nie zieht es in luftige Höhen. Der Gefahr sich oft nicht bewusst, provozieren sie immer wieder Einsätze.

Gerade in der Coronazeit boomt Urlaub in unseren Bergen – und damit steigen auch die Einsätze für die Bergretter. Oft sind die Helfer dann mit kuriosen, aber äußerst gefährlichen Zwischenfällen konfrontiert.

Wurm entpuppte sich als Kreuzotter
Im Juli etwa feierte ein Berliner (38) bei der Neuberghütte auf der Hinteralm in Bruck-Mürzzuschlag seinen Junggesellenabschied. Plötzlich lag da ein „Wurm“ am Boden. So lustig, wie Polterabende eben sind, war die folgende Idee aber gar nicht: Der 38-Jährige sollte das Tierchen als Mutprobe mit seiner Zunge berühren. Gesagt, getan – plötzlich ein Zischen, dann ein Biss! Die Zunge des Mannes schwoll an, seine Freunde schlugen Alarm – das „Würmchen“ war nämlich eine Kreuzotter! „Er hatte richtig Glück, ohne Hilfe wäre er erstickt“, sagt Stefan Schröck, der stellvertretende Leiter der steirischen Bergrettung.

Oft ist Alkohol im Spiel
Immer wieder müssen sich die Einsatzkräfte auch auf die Suche nach vermissten Wanderern machen. Oft ist Alkohol im Spiel. Wie bei einer großen Suchaktion in Schladming nach einem Wiener (30): Seine Freundin schlug Alarm, weil er nach ausgiebigem Après-Ski nicht beim vereinbarten Treffpunkt auftauchte, sein Handy war aus. 27 Bergretter, vier Alpinpolizisten und zwei Hubschrauber machten sich auf die Suche nach ihm, auch vor den Lokalen in Schladming. Wie sich später herausstellte, wurde der Vermisste sogar angesprochen. Dort gab er sich aber als jemand anderer aus! In einem Lokal ließ er sich volllaufen, zahlte nicht einmal die Zeche. Alleine der Öamtc-Hubschrauber kreiste eine Stunde in der Luft. Das wird dann richtig teuer. Kosten, die viele Uneinsichtige nicht zahlen wollen.

Hunde und Babys in Bergnot
Laut Stefan Schröck gibt es auch Einsätze, wenn Bergfexe ihre Hunde mit auf Tour nehmen. Oft bedenken die Alpinisten nicht, dass die Route für das Tier zu anstrengend sein könnte. „Hunde zu bergen, ist eine Herausforderung. Man weiß ja nie, wie das Tier reagiert. Oft benötigt es zusätzlich einen Hundeführer und einen Tierarzt.“

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Touren müssen immer so geplant werden, dass die Wetterbedingungen und körperliche Fitness aller Beteiligten – auch von Tieren – bedacht werden!

Stefan Schröck, stv. Leiter der steirischen Bergrettung

Für Kopfschütteln sorgte auch einmal ein Pärchen, das sein erst vier Monate altes Baby mit auf eine schwierige Bergwanderung nahm und dann in Bergnot geriet. „Das kleine, zerbrechliche Wesen zu bergen, war richtig schwierig“, so Schröck.

Monika Krisper
Monika Krisper
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