27.08.2020 09:00 |

Wegen Mehrkosten

Das „Kabooom“ bringt ganz Kaltenbach ins Wanken

Doppelt so teuer wie geplant war der Umbau des Freizeitzentrums Kaltenbach – die „Krone“ berichtete. Jetzt soll der Gemeinderat die Mehrkosten in Millionenhöhe absegnen und neue Kredite aufnehmen. Doch der sträubt sich. Brisant: Bürgermeister Klaus Gasteiger hat durch zwei Überläufer die Mehrheit verloren.

Die Opposition aus ÖVP und FPÖ wirft dem Bürgermeister vor, im Alleingang gehandelt und Kosten in Millionenhöhe verursacht zu haben. Statt 2,4 kostete der Umbau der alten Tennishalle 4,9 Millionen Euro. Zwei Anzeigen wegen Amtsmissbrauch sind bei der Staatsanwaltschaft anhängig. Bereits zweimal hätte der Gemeinderat die fehlenden Beschlüsse nachholen und so das „eigenmächtige Handeln“ von BM Klaus Gasteiger im Nachhinein absegnen sollen.

Abtrünnige Mandatare
Doch dazu kam es nicht, auch weil Teile der eigenen Liste Gasteiger die Gefolgschaft verweigerten: Ohne die beiden abtrünnigen Mandatare hat er keine Mehrheit mehr. Kommenden Montag ist nun die nächste Sitzung anberaumt, die mit Spannung erwartet wird. Denn zahlreiche Firmen, die am Umbau beteiligt waren, warten auf ihr Geld. Die Rede ist von 1,5 Millionen Euro an offenen Rechnungen. Das erhöht den Druck in der Gemeindestube weiter.

Kein Handlungsspielraum mehr
Gibt der Gemeinderat die Gelder frei und beschließt neue Kredite, „dann sinkt der finanzielle Handlungsspielraum für die nächsten sieben bis zehn Jahre gegen Null“, sind sich Martin Sporer (Freie Bürgerliste) und FP-Gemeinderat Hansjörg Gwiggner einig. „Die Firmen müssen natürlich bezahlt werden. Aber davor müssen wir den Bürgermeister einschränken. In der TGO gibt’s leider keinen Misstrauensantrag. Gasteiger ist mehr als rücktrittsreif“, sagt Gwiggner.

Betriebskosten könnten Situation verschärfen
Natürlich ist auch bereits die Bezirkshauptmannschaft Schwaz als Aufsichtsbehörde involviert. Von dieser ist Sporers Listenkollege Ulrich Huber eher enttäuscht: „Die will uns eher überreden, die offenen Beschlüsse zu fassen. Das würde aber die Gemeinde auf Jahre hinaus handlungsunfähig machen. Diese Verantwortung kann ich nicht tragen. Soll doch das Land die Haftungen übernehmen“, schlägt Huber vor.

Laufende Abgänge?
Denn die Zukunft des Freizeitzentrums sei mit etlichen Unsicherheiten belastet: „Beispielsweise wurden einem Mieter eine großzügige Förderung in Höhe von 80.000 Euro gewährt. Oder fast die doppelte Fläche für denselben Mietpreis zur Verfügung gestellt. Zudem soll die Auslastung nicht die beste sein. Die laufenden Kosten bzw. Abgänge können zusätzliche Probleme für die Gemeinde bringen, die an und für sich zu den wohlhabenderen im Zillertal gehören“, sagt Huber.

BM Klaus Gasteiger hingegen sieht keine Gefahr für die Gemeinde: „Die Finanzlage bleibt stabil, das hat mir die Behörde schwarz auf weiß bestätigt.“ Fortsetzung folgt.

 Tiroler Krone
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