21.08.2020 06:00 |

Kritik an Bundespartei

Prominente SPÖler fordern: 1700 € vor 4-Tage-Woche

Seit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner vor einigen Wochen ordentlich die Werbetrommel für die Vier-Tage-Woche rührte, ist die Debatte darüber neu entflammt. Viele Rote stellten sich hinter die Forderung ihrer Chefin - aber eben nicht alle. Nach Kritik aus dem Burgenland kommt diese nun auch aus Niederösterreich.

Wie können in der Corona-Krise Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden? Diese Frage hat auch die Debatte über eine Vier-Tage-Woche wieder neu entflammt. Allen voran wirbt die SPÖ für eine solche - nicht nur Parteichefin Rendi-Wagner rührte zuletzt ordentlich die Werbetrommel dafür. Arbeitnehmer würden laut ihrem Modell für 80 Prozent Arbeitszeit um fünf Prozent weniger Nettogehalt bekommen. Ein weiteres Drittel der Kosten würde der Betrieb tragen - und eines das AMS.

Mehrere prominente Rote werben ebenfalls für die Vier-Tage-Woche und sind damit ganz auf Linie ihrer Chefin. Unumstritten ist der Vorschlag intern aber nicht. Gehörig darüber aufgeregt hat sich etwa Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der einen 1700-Euro-Mindestlohn für wichtiger hält. Und er ist damit nicht allein auf weiter Flur.

Androsch verweist auf Mitgliederbefragung
In einem gemeinsamen Hintergrundgespräch haben nun auch Niederösterreichs SPÖ-Chef Franz Schnabl und der Industrielle und Ex-SPÖ-Finanzminister Hannes Androsch die Vier-Tage-Woche kritisiert. „Wir führen jetzt die 32-Stunden-Woche ein, und alles ist gut - das wird nicht die Lösung sein“, glaubt Schnabl. Wie für Doskozil hat auch für ihn die Umsetzung des 1700-Euro-Mindestlohnes Vorrang - auch wegen des Ergebnisses der SPÖ-Mitgliederbefragung. Bei dieser hätten nur 33 Prozent eine Arbeitszeitverkürzung für wichtig erachtet. 62 Prozent hingegen hätten sich für den 1700-Euro-Mindestlohn ausgesprochen.

„Wenn ich höre, dass eine Vier-Tage-Woche die Produktivität steigert - wie soll das gehen bei einem Pfleger oder einem Chirurgen?“, fragt Androsch. Beide betonten aber: Es gebe auch Bereiche, in denen eine kürzere Arbeitszeit Sinn mache.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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