20.08.2020 05:30 |

Film von Johanna Moder

So wird der erste Kinofilm nach dem Lockdown

Eigentlich hätte Johanna Moders zweiter Spielfilm während der Diagonale seinen Kinostart feiern sollen. Doch dann kam Corona, und die Film-Welt stand still. Nun ist „Waren einmal Revoluzzer“ der erste österreichische Film, der nach dem Shutdown in die Kinos kommt. Die steirische Regisseurin im Gespräch.

„Eine muss die erste sein“, sagt Johanna Moder so nonchalant, wie sie es nach bewegten Monaten schafft. Ein halbes Jahr lang hing ihr neuer Spielfilm in der Warteschleife – nun ist er eine Art „Testballon für die neue Normalität im Kino“, so Moder. Als erster größerer österreichischer Kinofilm feiert „Waren einmal Revoluzzer“ am 28. August seinen Premiere nach dem Corona-Lockdown der Kinos. Schon davor tourt Moder damit durchs Land um ihn zu präsentieren – heute und morgen etwa in Graz.

„Hoffen auf Solidarität“
„Es ist natürlich keine Idealsituation, dass wir jetzt starten“, sagt Moder, aber: „Das ganz Team steht hinter dem Film, und wir hoffen, dass es im Publikum ein Gefühl der Solidarität mit den heimischen Filmschaffenden gibt und sie ins Kino kommen, obwohl viele derzeit noch nicht gerne lange in Innenräumen sitzen.“

Und es lohnt sich durchaus, für „Waren einmal Revoluzzer“ seinen Mut fürs Kino zu beweisen: Darin erzählt Moder von zwei befreundeten Paaren aus einer intellektuellen Mittelschicht, die überzeugt sind, ein Leben voller Ideale zu führen. Doch als sie alten Freunden aus Russland, die als Dissidenten verfolgt werden, helfen sollen und ihr komfortables Leben dadurch bedroht wird, zeigen sich schnell die ganz realen Grenzen ihrer Ideale.

Tragik mit gewissem Maß an Komik
„Wir alle verwenden viel Zeit und Aufwand darauf, jemanden darzustellen, der wir gerne wären. Aber wenn es wirklich darauf ankommt, zeigt sich das wahre Gesicht – und es ist oft nicht schön“, sagt Moder im „Krone“-Gespräch über die Figuren. Geschrieben hat sie den Film gemeinsam mit den beiden männlichen Hauptdarstellern Manuel Rubey und Marcel Mohab: „Sie haben auf jeden Fall ein gewisses Maß an Komik in die eigentlich tragische Geschichte eingebracht.“

Gedreht wurde übrigens auch im russischen Moskau: „Es war bedeutend freier und unkomplizierter, als ich befürchtet hatte“, so Moder. Entstanden ist dabei das spannende Sittenbild einer Generation, die sich auf tragisch-komische Weise in einem falschen Selbstbild verloren hat und der nur eine Möglichkeit bleibt, wie Moder eine ihrer Figuren zitiert: „Verdrängen, verdrängen, verdrängen!“

Ab 28. August läuft „Waren einmal Revoluzzer“ (FreibeuterFilm) im Kino. Präsentationen am 20. August im Grazer Lesliehof (20.30 Uhr) und am 21. August im Annenhof-Kino (20 Uhr).

Christoph Hartner
Christoph Hartner
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