10.08.2020 12:58 |

Produktion in Gefahr

Huawei gehen durch US-Sanktionen Prozessoren aus

Beim chinesischen Mobilfunkriesen Huawei wird die Situation durch die US-Sanktionen immer prekärer. An der Software-Front kämpft man mit einem Lieferstopp von Google-Diensten, der den Funktionsumfang von Huawei-Smartphones empfindlich einschränkt. Und im Hardware-Bereich gehen nun die Prozessoren zur Neige, weil die US-Regierung dem taiwanesischen Chipfertiger TSMC verboten hat, mit Huawei Geschäfte zu machen.

Seit 15. Mai nimmt der weltgrößte Chiphersteller, der für Branchengrößen wie AMD, Apple oder eben auch Huawei produziert, keine Bestellungen mehr von Huawei entgegen. Grund ist ein US-Embargo, das Chipherstellern auch im Ausland verbietet, Geschäfte mich Huawei zu machen, wenn bei der Produktion der Chips Technologien aus den USA zum Einsatz kommen.

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Dieses Jahr könnte das letzte sein, in dem es High-End-Chips von Huawei geben wird.

Huawei-Manager Richard Yu

Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, scheinen Huaweis Vorräte an Oberklasse-Prozessoren der Kirin-990-Serie, die unter anderem im aktuellen Flaggschiff P40 Pro zum Einsatz kommen, erschöpft zu sein. Laut Huawei-Manager Richard Yu habe man „keine Chips und keinen Vorrat“ mehr. Er klagt: „Dieses Jahr könnte das letzte sein, in dem es High-End-Chips von Huawei geben wird.“ Chinesische Chiphersteller sind keine Alternative, ihre Fertigungstechnik kann noch nicht mit jener von TSMC konkurrieren.

Huawei rechnet heuer mit Einbußen
Yu rechnet damit, dass die Chip-Dürre zu Geschäftseinbußen führen wird. Im Vorjahr produzierte Huawei laut einem Bericht des IT-Portals „Golem“ noch 240 Millionen Geräte, durch die Chip-Sanktionen dürfte diese Marke heuer nicht erreicht werden. Dabei liefen die Geschäfte bei Huawei trotz Google-Verbot zuletzt gut: Starke Nachfrage am chinesischen Heimatmarkt glich Einbußen im internationalen Geschäft aus und ließ Huawei zum weltgrößten Smartphone-Hersteller vor Samsung und Apple werden.

Ohne Prozessoren für seine Smartphones könnte der chinesische IT-Konzern diese Führungsrolle aber schnell wieder verlieren und auch am heimischen Markt Probleme bekommen: Google-Dienste spielen im abgeschotteten chinesischen Internet zwar keine Rolle, schnelle Prozessoren in ihren Handys wollen aber auch viele Chinesen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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