„Wurde handgreiflich“
Jessica Moretti brach vor Befragung zusammen
Nachdem die Betreiberin der Schweizer Todes-Bar vor ihrer Anhörung durch die Staatsanwaltschaft von Opfer-Angehörigen umzingelt und angegriffen wurde, ist die Gastronomin offenbar zuammengebrochen. Indes werden kritische Stimmen, die fehlende Schutzmaßnahmen bemängeln, lauter.
Angehörige von Opfern hatten in sozialen Medien dazu aufgerufen, die 40-Jährige vor ihrer Befragung zu konfrontieren – das Ehepaar Moretti wurde von einem wütenden Mob eingekreist und unter anderem als „Mörder“ beschimpft. Nur mit Mühe konnte die Barbetreiberin, die von ihrem Gatten Jacques Moretti begleitet wurde, in das Gebäude der Staatsanwaltschaft gelangen.
Moretti musste aufgefangen werden
Die tumultartigen Szenen waren offenbar zuviel für Moretti – in einem Video des französischen Senders TF1 ist zu sehen, wie Jessica Moretti im Gebäude zusammenklappt. Sie schien keine Luft mehr zu bekommen und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Ihr Ehemann musste sie auffangen.
Anwalt: „Es war ein Angriff“
Die Anwälte des Gastronomen-Paars kritisierten, dass es keine Sicherheitsmaßnahmen vor dem Gebäude der Behörde gab. „Es war ein Angriff. Sie haben es gesehen, es wurde handgreiflich, wir haben nicht erwartet, dass die Polizei abwesend sein würde“, erklärte einer der Anwälte gegenüber der italienischen Agentur Ansa.
Hier sind Aufnahmen aus der Bar nach dem Inferno zu sehen:
Treppe wurde zu „Höllen-Kamin“
Neue Bilder aus der Todesbar nach dem Flammeninferno zeigen zudem das Ausmaß der Katastrophe. Die einzige und enge Treppe, die von der Bar im Untergeschoss nach oben führte, wurde zu einem „Höllen-Kamin“, wie die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtete. Im Keller, wo der Brand ausbrach, müssen extreme Bedingungen geherrscht haben, wie der Brandschutzexperte Marcus Alter erklärte. „Der Rauch hat sich dort teilweise schlagartig durchgezündet und eine Feuerwalze ist durch den kompletten Raum durchmarschiert“, so der Sachverständige.
Opfern tropfte „brennendes, flüssiges Material auf den Kopf“
Der Rauch und die Hitze wären dabei das Gefährlichste gewesen. „Wärme steigt nach oben“, so Alter. „Die Extremtemperaturen zogen wie durch einen Kamin die Treppe hoch.“ Jene Menschen, die sich über die enge Stiege nach oben retten konnten, waren im Erdgeschoss noch keineswegs sicher. „Die Temperaturen waren auch da oben extrem“. Das zeigen auch die Bilder von den Schäden in der Nähe der Treppe: Man sehe darauf, wie die Deckenverkleidung im oberen Geschoss von der Decke hängt. „Auch denen, die die Treppe hoch sind, ist brennendes, flüssiges Material auf den Kopf gefallen“, schildert der Experte, was sich in der Brandnacht abgespielt haben muss.
Weil viel Kunststoff verbrannte, habe es eine erhebliche Rauchentwicklung gegeben, was die Sicht enorm beeinträchtigt habe. „Der dichte, schwarze Rauch ist dann nicht nur undurchsichtig, sondern durch Stoffe wie Blausäure, Dioxine und Furane hochgiftig“, so Alter.










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