22.07.2020 13:55 |

Optik ist Streitthema

Hermagor gibt nicht für jeden ein schönes Bild ab

Neuansiedlungen oder leer stehende Gebäude in der Innenstadt? Schandflecke oder hektarweise Platz für Neues? Im Gailtal wird, wie berichtet, für Betriebsansiedlungen geworben. Doch während die Politik mit den Entwicklungen zufrieden scheint, kommt Kritik aus der Wirtschaft. Die Innenstadt müsse verstärkt belebt werden, wenn schon nicht mit Betrieben, dann optisch!

Meist sind sich die Gailtaler einig. Doch wenn es um die Hermagorer Wirtschaft geht, scheinen nicht alle an einem Strang zu ziehen. Wirtschaftkammer-Bezirksobmann Hannes Kandolf: „Die Stadteinfahrt ist ein Schandfleck, über den wir seit Jahren diskutieren!“ Gemeint ist das Lagerhaus-Gebäude, das seine besten Zeiten ganz klar hinter sich hat. Bürgermeister Siegfried Ronacher kontert: „Es gab bereits Gespräche und eine Zusage, dass hier etwas passieren wird. Das Unternehmen hat weitere Flächen und wird, wie es aussieht, dort sogar neu bauen.“

An der Stadteinfahrt, die bald ohnehin durch den neuen Gewerbepark belebt werden soll, blieben dann nur eine Tankstelle und ein kleines Geschäft. Immerhin 4,3 Hektar Fläche gibt es im Gewerbepark Burgermoos (die „Krone“ hat berichtet). Ronacher: „Es gibt 52 Unternehmen, die bereits ihr Interesse bekundet haben.“

Spannend wird es auch, wenn man in die Innenstadt spaziert, denn wie viele andere Städte hat Hermagor zu kämpfen. Besonders auffällig etwa am Hauptplatz, wo ein ehemaliges Elektrogeschäft seit Jahren verfällt. 2015 wurde der Platz aufwändig saniert, das Gebäude im Privatbesitz ausgenommen. Schon damals wollte es die Gemeinde kaufen. 

Zitat Icon

Das Haus ist mittlerweile privat verkauft worden. Es soll ein Ort der Begegnung entstehen.

Bürgermeister Siegfried Ronacher

Durch ein professionelles Leerstandsmanagement hat sich immerhin einiges getan. „Von 28 leeren Betrieben vor drei Jahren sind wir mittlerweile auf sieben herunter“, zeigt sich Ronacher stolz. Das freut auch den Wirtschaftssprecher, aber: „Leere Schaufenster sollten wir für Werbung oder Kunst nutzen“, schlägt Kandolf vor.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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