28.06.2020 06:00 |

Polizeiskandal

Top-Polizist deckte Drogenmafia in Bulgarien

Paukenschlag innerhalb der bulgarischen Polizei: Für den höchsten Anti-Drogen-Ermittler des Landes klickten die Handschellen. Der Top-Beamte soll auf der Gehaltsliste einer großen Suchtgiftbande gestanden sein, die auch Österreich belieferte. Er habe seine schützenden Hände über die Mafia gehalten, um Konkurrenten „auszuschalten“ - jetzt schnappte die Falle zu.

Im November steckte ihm der spanische Botschafter im Namen des Königshauses noch ein Verdienstkreuz an die Brust – als Auszeichnung für seinen vorbildlichen Kampf gegen den internationalen Drogenhandel. Vor zwei Wochen sprach er im Radio stolz über einen jüngsten Polizeischlag gegen eine Suchtgiftmafia.

Dass der „Vorzeige“-Ermittler ebenfalls auf der falschen Seite des Gesetzes stand, ahnten zu diesem Zeitpunkt nur die bulgarischen Korruptionsjäger, die ihm bereits auf der Spur waren. Die schwerwiegenden Vorwürfe: Der Offizier habe einer internationalen Drogenmafia nicht nur den Rücken freigehalten – er soll auch Konkurrenten der Bande aus dem Verkehr gezogen und dafür reichlich kassiert haben. Wie auch Donnerstagnacht, als er ein Schmiergeldkuvert mit umgerechnet 2500 Euro entgegennahm.

Was der nunmehrige Ex-Kriminalist nicht wusste: Es war eine Falle der eigenen Kollegen. Auch sein Stellvertreter ging ins Netz. Ein Korruptionsskandal mit weitreichenden Folgen: Ein Generalsekretär im Innenministerium und der Leiter der Abteilung organisierte Kriminalität traten zurück.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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