Unterschätztes Virus

„Kinderklinik-Füller“ RSV: Nächste Welle droht

Österreich
23.01.2026 23:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Deutschland und Österreich sehen sich aktuell mit einem bekannten, aber unterschätzten Infektionsrisiko konfrontiert: Dem Respiratorischen Synzytialvirus, kurz RSV. Während die Grippewelle noch läuft, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland vor einer möglichen neuen RSV-Welle. Besonders Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen könnten in den kommenden Wochen verstärkt auf Kliniken angewiesen sein.

Nach Angaben des RKI wurden in der dritten Kalenderwoche 2026 RSV-Viren in etwa vier Prozent der virologischen Proben nachgewiesen. Zwar sei die Aktivität insgesamt noch vergleichsweise niedrig, doch das Virus gilt als klassischer „Kinderklinik-Füller“.

Krankenhausaufenthalte steigen oft sprunghaft an
Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Krankenhausaufnahmen, sobald sich RSV stärker verbreitet, vor allem bei Säuglingen oft sprunghaft an. Corona spielt hingegen inzwischen nur noch eine Nebenrolle: Der Anteil von Covid-19 an den nachgewiesenen Atemwegsviren liegt im niedrigen einstelligen Bereich.

Mit den schnellen Antigen-Tests lässt sich rasch herausfinden, welche Art der Infektion ...
Mit den schnellen Antigen-Tests lässt sich rasch herausfinden, welche Art der Infektion tatsächlich vorliegt – darin inkludiert ist oft auch RSV.(Bild: daily_creativity - stock.adobe.com)

Vorsicht bei Risikogruppen geboten
In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch auf niedrigerem Niveau: Die RSV-Aktivität ist stabil, die Positivitätsrate liegt aktuell bei etwa 4,1 Prozent. Seit Ende Dezember sind leichte Anstiege im Abwassermonitoring sichtbar, Hospitalisierungen nehmen ebenfalls zu. In der ersten Januarwoche 2026 wurden 63 Patienten mit RSV auf Normalstationen aufgenommen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu Anfang Dezember.

Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder unter sechs Monaten, ältere Menschen über 65 Jahre sowie Patienten mit Vorerkrankungen.

Infektion schützt nicht dauerhaft
RSV-Infektionen verlaufen häufig mild oder sogar asymptomatisch, können aber zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Symptome reichen von Husten, Niesen und Fieber bis hin zu Atembeschwerden bei den Jüngsten. Eine Infektion schützt nicht dauerhaft, Wiederansteckungen sind möglich. Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, ausreichendes Lüften und der vorsichtige Umgang mit Erkältungskranken bleiben daher essenziell.

Für besonders gefährdete Säuglinge gibt es in Deutschland und Österreich prophylaktische Antikörpertherapien wie Beyfortus, die schwere Verläufe deutlich reduzieren können.

Erste Warnsignale deutlich erkennbar
Fachleute in beiden Ländern beobachten die Lage genau. Ob die RSV-Saison ähnlich heftig wie im Vorjahr ausfällt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen – die ersten Warnsignale sind jedoch bereits deutlich erkennbar. Eltern kleiner Kinder und Pflegeeinrichtungen sind daher besonders gefordert, aufmerksam zu bleiben.

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