Ohne Schnee keine Winterspiele! Forscher aus Tirol und Kanada haben errechnet, welche möglichen Olympia-Orte aufgrund klimatischer Veränderungen in Zukunft wohl nicht mehr infrage kommen. Fazit: Es wird eng mit Kandidaten. Die Wissenschafter regen auch eine Verschiebung der Spiele an.
Gemeinsam mit Kollegen aus Kanada hat sich der Tiroler Forscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck durch unzählige Daten gewühlt. Die Wissenschaftler zeigen eindrucksvoll auf, wie das Sportgroßereignis Olympischer Winterspiele durch Klimaveränderungen zunehmend unter Druck gerät.
Untersucht wurden jene 93 Standorte, die das Internationale Olympische Komitee IOC als mögliche Austragungsorte für Olympische Winterspiele führt. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Ein großer Teil dieser Orte verliert bis 2050 seine Tauglichkeit als Austragungsort für Winterspiele.
Phasen mit ungewöhnlich warmem Wetter während der Spiele werden wahrscheinlicher und können die Schneequalität stark beeinträchtigen.

Robert Steiger, Uni Innsbruck
Bild: Uni Innsbruck
Besonders betroffen ist Europa: In Westeuropa, wo heute noch fast alle potenziellen Austragungsorte für Olympische Spiele als schneesicher gelten, sinkt der Anteil verlässlicher Standorte in den Szenarien der Studie auf rund 40 Prozent. So werden etwa Garmisch-Partenkirchen und Chamonix für 2050 als höchst unzuverlässig eingestuft.
Mitteleuropa: Die meisten Orte wenig zuverlässig
Aber auch Orte wie der aktuelle Gastgeber Cortina d´Ampezzo, Grenoble oder Innsbruck gelten als wenig zuverlässig. In Summe werden von den 93 Orten langfristig nur noch 52 als verlässliche Gastgeber eingestuft. Als zuverlässig wird aktuell noch Skandinavien (Lillehammer und Oslo) sowie St. Moritz mit seiner Lage auf rund 1800 Metern Seehöhe bewertet. „Wir sehen, dass die Klimakrise nicht nur einzelne schlechte Winter bringt, sondern das Fundament des Wintersports verändert“, resümiert Robert Steiger.
Bessere Chancen für Spiele im Jänner
Die Modellrechnungen der Wissenschaftler legen nahe, dass eine Vorverlegung von Winterspielen in den Jänner die Chance auf faire Wettkämpfe deutlich erhöhen würde. Denn dann wäre zumindest die Temperatur für Beschneiung günstiger. Was die Studie auch zeigt: ohne Kunstschnee schmilzt bis 2050 die Chance für Wintersport drastisch dahin.
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