Nach 139 Jahren

Nächste Traditionsbrauerei schlittert in Insolvenz

Deutschland
23.01.2026 21:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Land der Biertrinker schlittert immer weiter in eine Krise! In Deutschland hat die nächste Traditionsbrauerei Insolvenz angemeldet. Nach mehr als 139 Jahren Betrieb musste das bayerische Familienunternehmen die Notbremse ziehen. 

Die Brauereikrise in Deutschland weitet sich aus. Das bekam nun das Traditionsunternehmen Leikeim aus Oberfanken in Bayern zu spüren. Der Bierhersteller sei „infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre“ in einen Liquiditätsengpass geraten, wie Geschäftsführer Andreas Leikeim mitteilte.

Seit 1887 wird das Unternehmen mit Stammsitz in Altenkunstadt als unabhängige Familienbrauerei geführt. Leikeim setzt nun auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Soll heißen: Hier wird auf die Sanierung des Unternehmens abgezielt, anstatt auf dessen Abwicklung. Rund 100 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze. Der Betrieb und die Produktion gehen vorerst weiter. Derzeit würden im Zuge des Eigenverwaltungsverfahrens verschiedene Sanierungsoptionen geprüft, hieß es.

Bisherige Rettungsversuche scheiterten
„Die Geschäftskunden und Lieferanten wurden bereits weitgehend informiert. Die Gehälter der Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert“, erklärte der Anwalt des Unternehmens gegenüber der „Bild“. Leikeim selbst betonte, ihrem Anspruch an „Qualität, Verlässlichkeit und partnerschaftlicher Zusammenarbeit“ treu bleiben zu wollen.

Bisherige Rettungsversuche – unter anderem mit alkoholfreien Produkten – blieben weitgehend erfolglos (siehe Beitrag oben). Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Konsum geht zurück, die Kosten steigen und Corona habe wirtschaftliche Narben hinterlassen. Leikeim ist dabei kein Einzelfall.

Selbst Branchengrößen wie Oettinger gerieten zuletzt in arge Schwierigkeiten. Eine Brauerei in Niedersachsen wird geschlossen werden.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre werde unweigerlich zu noch mehr Pleiten führen, erklärte der Deutsche Brauer-Bund Ende 2025: „Das ist bitter, zumal dieser Tage jahrhundertealte Familienbrauereien ihre Türen schließen müssen, die Weltkriege und Währungskrisen überstanden haben, aber jetzt keinen Ausweg mehr sehen“, erklärte zuletzt Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Wie bei Gastronomie und Handel schlage jetzt auch noch die schlechte Konsumstimmung „voll aufs Geschäft“ durch.

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