25.06.2020 13:00 |

Online-Handel

Amazon gründet Einheit gegen Produktfälschungen

Amazon macht gegen Produktfälschungen in seinem Store mobil und hat dazu eine eigene Einheit gegen Fälschungskriminalität gegründet. Die „Counterfeit Crimes Unit“ besteht dem Online-Händler nach aus ehemaligen US-Bundesstaatsanwälten, erfahrenen Ermittlern und Datenanalysten und soll sich der rechtlichen Verfolgung von Fälschern widmen, die gegen Gesetze und gegen die Richtlinien von Amazon verstoßen, indem sie gefälschte Produkte anbieten. Das erklärte Ziel: Produktfälschungen auf null zu reduzieren.

Das Hauptziel sei es, zu verhindern, dass eine Fälschung überhaupt in einem Amazon-Store angeboten werde, so der Konzern in einer Mitteilung. Im Jahr 2019 investierte der Online-Händler demnach über 500 Millionen Dollar und beschäftigte mehr als 8000 Mitarbeiter, die Betrug und Fälschungen bekämpfen. Durch die Anstrengungen seien über sechs Milliarden mutmaßlich unzulässige Angebote blockiert und über 2,5 Millionen Konten von Tatverdächtigen gesperrt worden, noch bevor diese in der Lage gewesen seien, ein einziges Produkt zum Verkauf anzubieten, hieß es.

Die neue „Counterfeit Crimes Unit“ soll nun Fälle untersuchen, in denen ein mutmaßlicher Täter unter Missachtung der Firmenrichtlinien versuchte, die Maßnahmen von Amazon zu umgehen und eine Fälschung anzubieten. „Diese Einheit wird Daten von Amazon auswerten, Informationen externer Quellen wie Zahlungsdienstleistern und Open-Source-Informationen einholen sowie finanzielle Mittel vor Ort nutzen, um die Verbindungen zwischen Zielpersonen herzustellen“, um so zivilrechtliche Verfahren gegen Tatverdächtige „effektiver zu verfolgen“. Zudem werde dadurch für Amazon die Möglichkeit geschaffen, mit Markeninhabern in gemeinsamen oder unabhängigen Untersuchungen zu arbeiten und Strafverfolgungsorgane weltweit bei Strafverfahren gegen Fälscher zu unterstützen.

„Mit allen Mitteln des Gesetzes zur Rechenschaft ziehen“
„Jeder Fälscher wird jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass er mit allen Mitteln im Rahmen des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen wird, unabhängig davon, wo er versucht, seine Fälschungen zu verkaufen oder wo er sich aufhält“, so Amazon-Vizepräsident Dharmesh Mehta. „Wir arbeiten intensiv daran, diese kriminellen Netzwerke zu entlarven und zu zerschlagen und wir zollen den Strafverfolgungsbehörden Respekt, die diesen Kampf bereits führen. Wir appellieren an Regierungen, diesen Behörden die Ermittlungsinstrumente, Finanzmittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um kriminelle Fälscher vor Gericht zu bringen. Denn Strafverfolgung - durch Anklagen und andere Ordnungsmaßnahmen wie das Einfrieren von Vermögenswerten - ist einer der wirksamsten Wege, sie zu stoppen.“

Im Mai identifizierte Amazon Fälscher aus Kanada, China, der Dominikanischen Republik, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Korea, Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten und übermittelte sie an die jeweils zuständigen nationalen Behörden.

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