03.06.2020 12:34 |

14 Tage Pause

Grasser-Prozess: Gerade begonnen und schon vorbei

Erst am Dienstag wurde der Grasser-Prozess nach einer dreimonatigen Corona-Pause wieder aufgenommen - am Mittwoch um elf Uhr Vormittags war dann allerdings schon wieder Schluss. Mehrere geladene Zeugen hatten bereits im Vorfeld von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch gemacht. Die einzig verbliebene Zeugin am Mittwoch nutzte ebenfalls das ihr - aufgrund ihrer damaligen beruflichen Tätigkeit - zustehenden Entschlagungsrecht.

Dafür waren die Nachwehen des Vortages - Stichwort „großer Lauschangriff“ (Grasser-Verteidiger Norbert Wess) oder „Sturm im Wasserglas“ (Oberstaatsanwalt Gerald Denk) - am Mittwoch allzeit präsent. So wurden die Zugangsbestimmungen für Angeklagte, Verteidiger, Gäste und Journalisten noch einmal verschärft. Erst wenn die Strafsache aufgerufen wird, dürfen sie den Gerichtssaal im Wiener Straflandesgericht betreten.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Bild- und Tonaufzeichnungen im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts auch außerhalb der Hauptverhandlung erfolgen. Die Verteidiger von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wollten daraufhin gleich den gesamten Richtersenat wegen Befangenheit ablösen - was dieser in seiner Funktion als „Sitzungspolizei“ ablehnte.

Dazu stellte am Mittwoch auch der Verteidiger des mitangeklagten Anwalts Gerald Toifl den Antrag, alle Bild- und Tonaufnahmen auszufolgen, damit er sehen könne, was überhaupt aufgezeichnet worden sei.

Grasser meldet sich kurz zu Wort
Auch der Hauptangeklagte Grasser ergriff das Wort, allerdings nur, um Seitenzahlen in der Anklage, auf die er in einer früheren Stellungnahme verwiesen hatte, richtigzustellen.

14 Tage Pause
Am 17. Juni wird weiterverhandelt. Richterin Marion Hohenecker strebt noch heuer ein Urteil an, Grasser-Verteidiger Manfred Ainedter bezweifelt das.

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