25.05.2020 08:04 |

Gefährliche Enge

Deutsche-Bahn-App soll vor vollen Zügen warnen

Die Deutsche Bahn will mit Hilfe ihrer bestehenden App in der Corona-Krise vor zu vollen Zügen warnen. Der Bahn-Navigator und der Internetauftritt der Bahn sollen so umprogrammiert werden, dass Nutzer Züge mit einer Auslastung von 50 Prozent und mehr angezeigt bekommen. Sie sollen damit die Möglichkeit erhalten, auf weniger frequentierte Verbindungen zuzugreifen.

Wenn die Reservierungen trotz dieses Warnhinweises auf einer bestimmten Verbindung weiter zunehmen sollten, verhinderten es die App und die Buchungsseite künftig, dass dieser Zug noch gebucht und reserviert werden könne, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Funktion soll demnach in den kommenden Tagen freigeschaltet werden.

Fahrt in vollen Zügen weiterhin möglich
Laut Bericht kann trotz App jeder, der zum Bahnhof geht, auch weiterhin in einen vollen Zug einsteigen, für den die App keine Fahrkarte mehr verkauft oder keine Reservierung vornimmt. Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte Ende April eine Reservierungspflicht ins Gespräch gebracht, allerdings deutlich gemacht, in dieser Frage nicht festgelegt zu sein. Es sei eine Frage, wie Passagierströme vor allen Dingen auf großen Bahnhöfen organisiert würden. Ein geschlossenes System würde bedeuten, dass Kunden einen Platz in einem bestimmten Zug buchen müssen - so wie im Flugzeug.

Auch Frankreich will über Auslastung informieren
In Frankreich hatte die Staatsbahn SNCF bereits Anfang Mai angekündigt, dass Bahnreisende sich bereits vor der Fahrt über die Auslastung der Züge informieren können. Für jeden Zug sollte es etwa in der App einen Tag vor der Abfahrt ein entsprechendes Symbol geben. Das gelte besonders für Regionalzüge. Bei Fernverkehrszügen wie dem TGV gilt in Frankreich sowieso Reservierungspflicht. Dort sollte die Buchung blockiert werden, wenn eine Auslastung von 50 Prozent erreicht ist.

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