23.05.2020 10:28 |

Causa Ischgl

Island schickte Corona-Namen binnen 13 Stunden

Weitere Details sind nun über die Corona-Causa Ischgl bekannt geworden: Die isländische Gesundheitsbehörde hatte die Namen von infizierten Urlaubern offenbar schneller als bisher bekannt an Österreich übermittelt, nämlich bereits am 6. März.

Wie der isländischen Chef-Epidemiologen Thorolfur Gudnason laut einem Bericht des „profil“ erklärte, suchten die österreichischen Behörden erst am Abend des 5. März um 20.04 Uhr um die Namen der 14 in Ischgl angesteckten Personen an. Gesendet wurde die Anfrage über den im Gesundheitsministerium ansässigen „National Focal Point“.

Nach Abklärung aller Personenrechte schickte Island die Namen dann am nächsten Tag um 9.54 Uhr zurück - also nur rund 13 Stunden später. Das Gesundheitsministerium leitete die Kontaktdaten wiederum um 13.07 Uhr an die Tiroler Behörden weiter.

Sowohl das Land Tirol als auch das Gesundheitsministerium hatten zuvor erklärt, dass die Übermittlung der Namen lange Zeit in Anspruch genommen habe. In der offiziellen Ischgl-Chronologie von Anfang Mai heißt es etwa: „Die Namen der betroffenen Urlaubsgäste waren am 6. März (Vormittag) nach wie vor nicht bekannt“, erst am Nachmittag sei die Polizei über die Namen informiert gewesen.

Anschober: Warnungen weitergeleitet
Erst am Samstag trat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) dem Vorwurf entgegen, sein Ministerium habe Corona-Warnungen nicht an das Land Tirol übermittelt. Zwischen 3. und 14. März habe man 21 Meldungen aus Island, Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden mit konkreten Hinweisen zu bestätigten Covid-19-Fällen an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Dies betreffe auch Kontaktpersonen zu bestätigten Covid-19-Fällen, hieß es.

Weitere E-Mails mit Hotelnamen
Der Vorwurf, dass die Tiroler Behörden nach Bekanntwerden der ersten Covid-Infektionen im Tiroler Skiort Ischgl zu spät reagiert haben, wurde - wie berichtet - auch durch andere E-Mails aus Island genährt: Darin werden schon am 5. März konkrete Hotels genannt, wo erkrankte isländische Touristen genächtigt haben sollen. 

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