22.05.2020 11:59 |

Jetzt amtlich

Wiener Corona-Fälle verteilen sich im ganzen Land

Was von Experten befürchtet wurde, ist nun eingetreten: Von der Corona-belasteten Hauptstadt Wien aus verteilt sich das Virus derzeit in ganz Österreich. Drei aktuelle Neuinfektionen unter Migranten in Tirol sollen ihren Ursprung laut Informationen der „Krone“ in Wien haben, ebenso die Erkrankung eines somalischen Flüchtlings im Burgenland. 

Alarm schlagen jetzt sowohl Gesundheits- als auch Innenministerium: Bei den Ermittlungen rund um Neuinfektionen in Tirol stellten Ärzte fest, dass die Ansteckungen ihren Ursprung in Wien hatten, die Infektionskette reicht zu den Mitarbeitern einer Leiharbeitsfirma. So sei ein afghanischer Koch-Lehrling in Tirol betroffen, der Kontakt mit einem der mittlerweile unter Quarantäne gestellten Leiharbeiter in Wien hatte. Der Afghane wiederum dürfte in Tirol seine Zimmerkollegen angesteckt haben. 

Auch junger Somalier im Burgenland positiv
Bekannt wurde am Freitag ebenfalls der Fall eines im Burgenland lebenden somalischen Flüchtlings, der positiv getestet wurde. Auch seine Infektionen dürfte als Ursprung einen Cluster in Wien haben.

Immer heftigere Kritik an Wien
Nach dem zuletzt beobachteten starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen und der Serie an Massenerkrankungen in Wien hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Anfang der Woche - kurz nach Bekanntwerden weiterer Krankheitsfälle in einem Flüchtlingsheim in Mariahilf - deutliche Worte gefunden: „Die Zahlen sind immer noch besorgniserregend“, weshalb er eine Mahnung an die Stadt aussprach, die Kooperation mit dem Einsatzstab zu verbessern und Hilfsangebote anzunehmen. „Ziel muss es sein, alles zu tun, um eine zweite Welle zu verhindern.“

Stadt tue zu wenig
„Die Stadt Wien will keine Unterstützung durch die Polizei“, so Nehammer, gefragt nach den neuesten Ermittlungsständen der jüngsten Infektionsfälle in dieser Woche. Die von Nehammer angesprochene fehlende Zusammenarbeit zwischen Bund und Hauptstadt sieht in Wien der zuständige Gesundheitsstadtrat Peter Hacker persönlich nicht: „Es gibt eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen Wien und der Gesundheitsbehörde. Das ist die einzig entscheidende. Die Exekutive und der Innenminister haben Aufträge der Gesundheitsbehörde zu erfüllen.“ 

Das Angebot Nehammers, mehr Unterstützung seitens der Polizei in Wien bereitzustellen, lehnt der Gesundheitsstadtrat daher ab: „Ich halte es für inhaltlich falsch, Kriminalbeamte zu kranken Menschen zu schicken.“ Diese seien durch die Erkrankung bereits genug belastet und man stehe als Behörde in Wien in engem, ausreichendem Kontakt mit Menschen, die sich in Quarantäne befinden.

Und auch Integrationsministerin Susanne Raab mischte im Streit zwischen Bund und Stadt Wien mit. Sie ortete „signifikant viele Fälle in Flüchtlingsheimen der Stadt Wien“ und ein „klares Informationsdefizit“.

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