Tourismus-Hoffnungen:

„Video-Kastln“ reichen für gute Geschäfte nicht

Der Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner berichtet von der zur aktuellen Lage bei den Nächtigungen in der Landeshauptstadt, die sich übers Jahr gesehen halbieren werden. Er hofft, dass vor allem der Geschäftstourismus, das Rückgrat des Tourismus‘ in Linz, wieder zurückkommt und nicht im virtuellen Raum (vulgo „Video-Kastln“) hängenbleibt . Und er weiß, dass Donaukreuzfahrtschiffe mit ihren vielen Covid 19-Hochrisikopassagieren zu einer schwierigen Herausforderung werden.

„Krone“: Bürgermeister von Passau, wo Sie CSU-Politiker sind, sind sie doch nicht geworden. Gut, so können Sie sich auf den Tourismus in Linz konzentrieren, der ja gerade ein „k.o.“ durch Corona erlebt.
Georg Steiner
: Aktuell geht’s tatsächlich gegen Null damit, weil ja die Grenzen praktisch zu sind. Es wird auch durchaus eine gewisse Zeit dauern, bis das wieder zu voller Blüte kommt.

„Krone“: Was heißt das denn für das Gesamtjahr?
Georg Steiner
: Naja, wir hätten heuer mit einer Million Nächtigungen gerechnet, idealerweise. Jetzt müssen wir damit rechnen, dass wir bei der Hälfte landen. Das ist leider die realistische Perspektive.

„Krone“: Können Sie denn aktuell gar nichts daran ändern? Die Gastronomie wird ja bald wieder aufgesperrt.
Georg Steiner
: Wir versuchen auf unserer Facebook-Seite Visit Linz Kontakt zu halten mit unseren Kunden. Schauen Sie da mal rein!Und ganz konkret bemühen wir uns momentan, dass der Donauradweg vielleicht schneller aufgeht. Mit einer Art Versuchsgrenzöffnung, denn ohne den Knotenpunkt Passau, wo der Innradweg endet, hätte das keinen Sinn. Die Urlauber könnten dann in den Gastgärten Pause machen. Und die großen Player des Radtourismus sitzen ja in Linz, da könnte man also auch ür diese Betriebe etwas tun.

„Krone“: Es heißt ja, dass die Österreicher künftig mehr Urlaubimeigenen Land machen werden bzw. sollen.
Georg Steiner
: Da wird gewiss auch was für Linz gehen. Aber was uns mehr beschäftigt: Wie kannder Geschäfts-, Tagungs- und Kongresstourismus, deruns 60 Prozent der Nächtigungen bringt, wieder hochgefahren werden? Denn da könnte uns durch die vielen Videokonferenzen dauerhaft was wegbrechen. Aber das dauernde einander nur im Videokastl Anschauen, wird guten Geschäften im Weg stehen. Da müssen wir den Wert der persönlichen Begegnung stark thematisieren.

„Krone“: Und die Donauschifffahrt? Kreuzfahrtschiffe, zumindest die großen Pötte am Meer, sind ja in Verruf geraten.
Georg Steiner
: Dazu muss erst mal die gesamte Donau offen sein, durch alle Länder. Zum Zweiten ist da vom Zielpublikum her die Corona-Hochrisikogruppe massiert am Schiff, da braucht es auch medizinische Begleitmaßnahmen. Ich möchte den Kreuzfahrttourismus, der jährlich etwa 250.000 Leute in unsere Stadt bringt, nicht missen. Aber das wird einer der schwierigsten Fälle von Tourismusarten.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

 OÖ-Krone
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Mittwoch, 08. Dezember 2021
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