Richtlinien missachtet

Schwedens Innenminister droht Lokale zu schließen

Ausland
24.04.2020 15:40

Das skandinavische Land verfolgt einen weitaus freizügigeren Weg in der Corona-Krise, als andere europäische Länder. Der lasche Umgang der Bevölkerung mit den vorgegebenen Richtlinien könnte nun aber zu einer Verschärfung der Regelungen führen. Im Vergleich mit anderen nordischen Ländern haben sich in Schweden bislang weitaus mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

In Stockholm ist es seit einigen Tagen sehr sonnig: Am Wochenende waren Straßencafés und Parks in der schwedischen Hauptstadt gut gefüllt mit Besuchern - etwas, von dem man in anderen europäischen Metropolen derzeit nur träumen kann. Trotz der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus genießen die Schweden deutlich mehr Freizügigkeit. Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung droht Schwedens Regierung jetzt aber den Gaststätten in Stockholm mit der Schließung. Grund sei die Missachtung der ausgegebenen Richtlinien im öffentlichen Raum.

Obwohl der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell mit Spitzenwerten bei den Neuinfektionen nach Ostern gerechnet hat, sind diese Befürchtungen nicht eingetreten. (Bild: AFP)
Obwohl der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell mit Spitzenwerten bei den Neuinfektionen nach Ostern gerechnet hat, sind diese Befürchtungen nicht eingetreten.

Keine Ratschläge, sondern Richtlinien
Restaurants und Straßencafes in der Hauptstadt sollen von nun an intensiver überprüft werden, ob sie die Empfehlungen der nationalen Gesundheitsbehörde einhielten, sagte Innenminister Mikael Damberg am Freitag. Bei den Maßgaben der Behörde handle es sich nicht um Ratschläge, sondern um Richtlinien, die befolgt werden sollten. In Schweden gelten immer noch deutlich freizügigere Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, weshalb unter anderem Bars, Restaurants und Cafes weiter geöffnet sein dürfen. 

Der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell ist der „Architekt“ des schwedischen Wegs, der auf der ganzen Welt für viel Aufsehen sorgt. (Bild: AFP)
Der schwedische Chef-Epidemiologe Anders Tegnell ist der „Architekt“ des schwedischen Wegs, der auf der ganzen Welt für viel Aufsehen sorgt.

Großer Andrang auf Lokale
Behörden und Regierung hatten dringend darum gebeten, dass die Lokale ausreichend Abstand zwischen ihren Gästen gewährleisten und ihre Kunden nur am Tisch bedienen sollten. Landesweit ist bisher bei 16.755 Menschen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, bereits mehr als 2000 sind daran verstorben. Staatsepidemiologe Tegnell geht davon aus, dass Schweden sich in einer anderen Phase als seine Nachbarn befinde und deshalb höhere Zahlen habe. Mathematische Modelle würden zeigen, dass man womöglich schon im Mai erste Anzeichen für eine Immunität in Stockholm erkennen könnte.

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