22.04.2020 10:53 |

Nutzerzahl steigt

Snapchat will Werbekunden mit jungen Usern locken

Die US-Foto-App Snapchat wird in Coronazeiten deutlich mehr genutzt - und ihre Macher hoffen sogar, in der Krise als Werbeplattform zu punkten. So könnten die heutigen Spaßfilter, bei denen man sich zum Beispiel Katzenschnurrhaare verpassen kann, auch von Kosmetikfirmen genutzt werden, um Nutzer virtuell Schönheitsprodukte ausprobieren zu lassen, sagte Gründer und Chef Evan Spiegel.

Snapchat ist vor allem bei jüngeren Leuten populär und sieht darin eine Stärke. Es seien „Konsumenten der Zukunft, die den Werbepartnern über ihre Lebenszeit noch einen erheblichen Wert bieten und erst dabei sind, Loyalität zu bestimmten Marken aufzubauen“, sagte Topmanager Jeremi Gorman in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage aktueller Quartalszahlen.

229 Millionen täglich aktive Nutzer
Snapchat kam zuletzt auf 229 Millionen täglich aktive Nutzer, das waren 11 Millionen mehr als Ende 2019. Zudem verbrachten sie Ende März ein Fünftel mehr Zeit in der App als noch Ende Jänner, wie Spiegel betonte. Die Kommunikationsfunktionen seien sogar rund 30 Prozent mehr genutzt worden. Für das laufende Quartal rechnet Snapchat mit 239 Millionen Nutzern täglich.

Die Coronakrise lässt Unternehmen ihr Geld zusammenhalten - und darin liegt ein großes Risiko für Online-Plattformen wie Facebook oder Snapchat, die auf Werbeausgaben angewiesen sind.

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Die Werbekunden versuchen, aus jedem ausgegebenen Dollar mehr zu machen - und wir haben effiziente Preise.

Snapchat-Manager Jeremi Gorman

Krise dürfte Wachstum verlangsamen
Die Snapchat-Betreiberfirma Snap meldete für das erste Quartal noch einen kräftigen Umsatzanstieg von 44 Prozent auf 462 Millionen Dollar (426,3 Millionen Euro). Im laufenden Quartal sieht es weniger rosig aus: Im April schmolz das Plus erst auf 15 Prozent und dann auf 11 Prozent zusammen. Doch Snap zeigt sich zuversichtlich: „Die Werbekunden versuchen, aus jedem ausgegebenen Dollar mehr zu machen - und wir haben effiziente Preise“, sagte Gorman.

Allerdings steckte Snap zuletzt weiterhin tief in den roten Zahlen: Im ersten Quartal gab es einen Verlust von rund 306 Millionen Dollar - nach einem Minus von gut 310 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. DieAnleger konzentrierten sich dennoch lieber auf die Chancen der Krise: Die Snap-Aktie stieg am Mittwoch um rund ein Fünftel.

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