26.03.2020 09:15 |

Lieferservice und Co.

Corona-Krise: Nahversorger zeigen ihre Stärke

Tirols lokale Nahversorger sind vielfach dazu übergegangen, ihre Kunden zu beliefern. So machen sie wirtschaftliche Ausfälle wett und demonstrieren, dass sie unverzichtbar sind.

Neben den Geschäftskunden, die ausbleiben, brach für die Kufsteiner Bäckerei Hauber auch das tägliche Geschäft mit Gastronomie und Hotellerie vollkommen zusammen. Chefin Susanne Hauber-Piffer hat deshalb ein Lieferservice aufgebaut, das sie mit ihrem Mann betreibt. Aktuell werden Kunden mit Brot und Gebäck in Kufstein, Langkampfen und Thiersee beliefert.

Fleisch aus dem Automaten
Einen Fleischwarenautomaten vor dem Geschäft betreibt die Traditionsmetzgerei Wäger in Ebbs schon länger. Den muss Kathrin Wäger jetzt täglich befüllen. Mit ein Grund für die gute Annahme könnte sein, dass dadurch beim Einkauf kein direkter Kontakt mit anderen Personen entsteht.

„Alles in Bioqualität“
Äußerst gefragt sind auch die landwirtschaftlichen Produkte von Monika und Florian Greier in Patsch. In einem Kasten vor dem Hof stehen Kartoffeln, Getreide, Mehl, Eier und ähnliche Erzeugnisse zur Auswahl – alles in Bioqualität. „In der Zeit der Hamsterkäufe gab es einen Riesenansturm, inzwischen hat sich der Andrang auf normalem Niveau eingependelt“, weiß Monika Greier. Weitere Produkte gibt es im Hausgang. Greier: „Desinfektionsmittel und Handschuhe stehen beim Eintritt zur Verfügung.“

„Kostenloses Lieferservice“
Der Landmetzgerei Piegger, die unter anderem ein Restaurant in der Messe betreibt und den Großhandel beliefert, sind durch die Beschränkungen gleich mehrere Standbeine weggebrochen. Auch von jenseits der Gemeindegrenzen kommt keiner mehr ins Geschäft. „Deshalb haben wir ein kostenloses Lieferservice auf die Füße gestellt“, informiert Stefan Piegger. „Die Kunden bestellen telefonisch oder per Mail, wir liefern fertige Pakete mit Kassenbon, der Betrag wird dann überwiesen.“ Untergrenze beim Einkauf gibt es keine. „Das fände ich unhöflich“, meint Piegger.

Gelebte Regionalität
„Früher haben die Leute von Regionalität gesprochen, jetzt leben sie sie tatsächlich“, sagt Michael Rauth von der Metzgerei Lechner-Rauth in Telfs, wo man von Gemüse über Nudeln und Milch bis Fleisch fast alles erhält. Rauth bemerkt gerade einen starken Zulauf von Neukunden. „Sie schätzen, dass unsere Produkte überwiegend von Bauern oder Herstellern aus der Nachbarschaft stammen. Am Geschäftseingang steht ein Desinfektionsbecken, Kunden übergeben nach telefonischer Bestellung das Geld auch im Kuvert.

P. Freiberger/H. Berger, Kronen Zeitung

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