13.03.2020 09:32 |

Spitäler, Heime & Co.

Fragen und Antworten zu den Besuchsverboten

Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter gilt seit Mittwoch ein Besuchsverbot in Tirols Spitälern, Wohn- und Altenheimen. Andere Bundesländer ziehen nach

Die Nachricht schlägt am Mittwoch eine wie eine Bombe - bevor nur wenige Stunden später mit dem ersten Corona-Todesfall in Wien klar wird, wie wichtig sie ist. In Tirol - und zunehmend auch in anderen Bundesländern - herrscht Besuchsverbot in Spitälern. Das gilt seit Donnerstag auch in Tirols Wohn- und Pflegeheimen.

  • Warum wird das gemacht? „Es gilt, alles daran zu setzen, das Virus von den Spitälern fernzuhalten“, sagen die Verantwortlichen. So wenig Menschen als möglich sollen erkranken, so viele Mitarbeiter und Betten wie möglich sollen zur Verfügung stehen.
  • Was heißt das konkret? Patienten in allen Tiroler Spitälern dürfen nicht mehr besucht werden. Ausnahmen gelten auf der Kinder- und Palliativstation, wo pro Tag und Patient ein (!) Besuch zugelassen ist. Auch zu Geburten sowie für Menschen mit Demenz, Gehörlose und Menschen mit Behinderung ist je eine Begleitperson zugelassen. Sonderfälle, etwa ein Unfall, der zu einem lebensgefährlichen Zustand führt, werden im Einzelfall geprüft. Auch in den Wohn- und Pflegeheimen soll bis auf Weiteres nur via Telefon und E-Mail Kontakt aufgenommen werden.
  • Wie sieht die Praxis aus? Auskünfte gibt es von den Spitälern telefonisch – und nur an berechtigte Personen. Um das zu garantieren, erhalten Patienten ein Kennwort, das die Angehörigen am Telefon nennen können.
  • Warum stehen neuerdings Zelte vor den Spitälern? „Das sind Schleusen“, erklärt Johannes Schwamberger, Sprecher der Tirol Kliniken. Jeder, der in ein Krankenhaus geht, wird untersucht. „So können mögliche Verdachtsfälle noch vor dem Eintritt isoliert werden.“
  • Schafft unser Gesundheitssystem das? „Ja“, sagt Schwamberger. „Wir können flexibel auf die Situation reagieren.“ So wurden Vorsorgemaßnahmen getroffen: Planbare, nicht dringende OPs werden reduziert. Jeder Notfall, Dialysepatienten, onkologische Patienten mit Behandlungsschemata, etwa Strahlentherapie, werden weiter versorgt.
  • Warum werden diese Operationen verschoben?
  • „So gut wie jede Operation erfordert einen Platz auf einer Aufwach- und/oder Intensivstation. Wird die Zahl der OPs eingeschränkt, werden Kapazitäten frei. Durch die unterschiedliche Liegedauer der Patienten braucht es einige Tage, um wirksam zu sein. Deshalb beginnen wir nun rechtzeitig“, erklärt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.

Die Corona-Situation ist sehr dynamisch. Maßnahmen können sich dementsprechend innerhalb kürzester Zeit verändern.

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