12.02.2020 11:55 |

Vorsicht!

Milde Winter lassen Zecken ganzjährig aktiv sein

Der anhaltend milde Winter begünstigt Zecken. Forscher schlagen daher Alarm: „Dauerte die Zeckensaison früher von etwa März bis Ende Oktober, so sind die Spinnentiere inzwischen ganzjährig aktiv.“ Bei Bodentemperaturen ab sieben Grad würden sie losmarschieren. Zecken sind Überträger von Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Hinzu komme, dass eingewanderte Arten wie Hyalomma-Zecken durch fehlenden Frost in unseren Breiten überwintern könnten, so der deutsche Zeckenforscher Jochen Süss. Solche in Nordafrika, Südeuropa und Regionen Asiens heimischen Zecken seien schon in der Vergangenheit durch Vögel eingeschleppt worden, hätten dann aber den Winter nicht überlebt. Das habe sich durch die milde Witterung infolge des Klimawandels geändert. „Jetzt schafft sie es, auch in Deutschland ihren natürlichen Zyklus vom Ei über die Larve und Nymphe hin zum erwachsenen Tier zu durchlaufen.“

Neu eingewanderte Zeckenart
In Österreich wurde Hyalomma marginatum im Oktober 2018 erstmals von Experten der Veterinärmedizinischen (Vetmed) Universität Wien im Raum Melk (NÖ) nachgewiesen. Im vergangenen Jahr zeigte Georg Duscher vom Institut für Parasitologie der Vetmed dann, dass ein Exemplar der neu eingewanderten subtropischen Zeckenart bereits in Österreich überwintert hat. Der Nachweis gelang dem Forscher im April 2019 in einem Privathaushalt im Bezirk Braunau in Inn (OÖ).

Potenzieller Überträger des gefährlichen Krim-Kondo-Fieber-Virus 
Die Hyalomma-Zecke sei nicht nur deutlich größer als der Gemeine Holzbock, sie bewege sich auch mit relativ hohem Tempo auf ihren Wirt zu, sagte Süss. Und sie ist potenzieller Überträger des gefährlichen Krim-Kongo-Fieber-Virus. Eine Infektion mit diesem Virus ruft eine Erkrankung hervor, die häufig als hämorrhagisches Fieber verläuft und tödlich enden kann. In Deutschland wurden bisher nur vereinzelte eingeschleppte Fälle nach Reisen bekannt.

Impfung empfohlen
In FSME-Risikogebieten wird eine Schutzimpfung empfohlen; gegen die von Bakterien übertragene Borreliose gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Im Jahr 2018 sind in Österreich 154 Fälle von FSME registriert worden.

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