07.02.2020 11:00 |

Dämmerungseinbrüche

91 Delikte weniger in Österreich als im Vorjahr

Die gezielten Maßnahmen der Polizei gegen Einbrüche in den Herbst- und Wintermonaten haben auch in der Saison 2019/20 Wirkung gezeigt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Einbruchsdiebstähle in der Dämmerung um 7,6 Prozent gesunken und die Aufklärungsrate weiter gestiegen. Ein Drittel der Einbrüche scheiterte dank guter Prävention. 

Wenn in Herbst die Tage kürzer werden, erhöht sich die Gefahr für Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser und Wohnungen. Die Täter nutzen in den Herbst- und Wintermonaten die Zeit der frühen Dämmerung für ihre Straftagen. „2014 wurde erstmals ein breit angelegtes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung dieser Dämmerungseinbrüche in ganz Österreich geschnürt, was zu einem Rückgang der Zahl der Anzeigen im Wohnraumeinbruch geführt hat“, berichtet die Polizei. 

1111 Anzeigen von November 2019 bis Anfang Februar 2020
Dieses Paket bestand aus Analyse, Fahndungs- und Ermittlungsarbeit sowie verstärkten Präventionsmaßnahmen. Seit dem werden jährlich aufgrund der gewonnen Erkenntnisse Feinabstimmungen an den Maßnahmen vorgenommen und Intensivmaßnahmen konzentriert. Von November 2019 bis Anfang Februar 2020 wurden 1111 Anzeigen der Polizei gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von 91 Einbrüchen bzw. 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 

Ein weiteres Ziel der Maßnahmen - die Steigerung der Aufklärungsquote - konnte erreicht werden: 79 Einbruchsdiebstähle sind bereits geklärt. Die Polizei geht davon aus, dass sich dieser Wert nach weiteren Spurenauswertungen und Ermittlungen noch verbessern wird.

Seit Beginn der Schwerpunktmaßnahmen ist die Zahl an Dämmerungseinbrüchen kontinuierlich gesunken. „Man sieht deutlich, was möglich ist, wenn alle Expertinnen und Experten intensiv Schulter an Schulter gemeinsam arbeiten und mit Dynamik und großem Engagement tätig sind. Ich danke allen mitwirkenden Beamtinnen und Beamten für ihre Professionalität und ihren unermüdlichen Einsatz“, so Bundesminister Karl Nehammer.

Spurensicherung und Prävention als Erfolgsfaktoren
Das Bundeskriminalamt analysiert tagesaktuell auftretende Hotspots. Diese Analysen werden den Landespolizeidirektionen zur Verfügung gestellt, die darauf aufbauend auf verstärkte Streifentätigkeit, Ermittlungen usw. setzen. Die Steigerung der Aufklärungsquote ist neben intensiver Ermittlungsarbeit auch auf die Menge und die Qualität der sichergestellten Spuren zurückzuführen. Die Einführung der temporären Ermittlungsgruppen und eine Verbesserung des Streifenkonzepts in Wien hat mit Sicherheit dazu geführt, dass Hotspot-Gebiete wesentlich früher erkannt und entschärft wurden. Die Belastung einzelner Siedlungsgebiete konnte so wesentlich verringert werden.

Kontakt mit der Bevölkerung
Großes Augenmerk wurde auch heuer wieder auf Prävention und den Kontakt mit der Bevölkerung gelegt. Denn durch eigene, meist einfache Sicherungsmaßnahmen können Einbrecher abgeschreckt werden. Bei einem Drittel der Delikte waren die Täter nicht erfolgreich und mussten ohne Beute wieder abziehen. Dabei sind eine gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe enorm wichtig. Eine Vertrauensperson, die bei Abwesenheit nach dem Rechten sieht und den Postkasten entleert, leistet wertvolle Dienste. Die Polizei will aber auch die Menschen dazu motivieren, sie bei verdächtigen Beobachtungen zu verständigen. Niemand soll sich scheuen die nächste Polizeidienststelle zu kontaktieren oder im Notfall 133 zu wählen.

Weitere Arbeitstreffen geplant
Um das Konzept für die kommende Saison weiter zu optimieren, sind weitere Arbeitstreffen geplant. Ziel für die nächste Saison ist es, die Anzahl der Anzeigen unter 1000 zu senken und die Selbstschutzmaßnahmen für Bürger so zu verbessern, dass es im Falle des Falles immer öfter beim Versuch bleibt.

Die Einbrecher nutzen in den Monaten November bis Februar die Zeit der frühen Dämmerung für die Straftaten. In diesen Stunden bietet die einsetzende Dunkelheit Sichtschutz. Zudem sind die Bewohner oftmals nicht zuhause. Die betroffenen Wohnungen und Wohnhäuser sind in der Regel gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden und ermöglichen so den Tätern eine rasche Flucht. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen sind besonders gefährdet. Die Täter versuchen zumeist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Eingangstüren oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen.

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