09.01.2020 13:54 |

Mit Sicherheitsfahrer

Ford plant Robotaxis für Ende 2021 in drei Städten

Der US-Autobauer Ford will Ende 2021 Robotaxis in drei US-Städten auf die Straße bringen. Miami, Austin und die Hauptstadt Washington seien dafür unter anderem wegen der unterschiedlichen Fahrstile ausgesucht worden, sagte der zuständige Manager John Rich auf der Technik-Messe CES. „Mir war zuvor nicht bewusst, wie sehr sich das Fahrverhalten von Stadt zu Stadt unterscheidet.“

Ford wolle dabei keinen eigenen Robotaxi-Service betreiben, sondern die Wagen über Plattformen vorhandener Fahrdienstvermittler wie Uber und Lyft verfügbar machen, statt mit ihnen zu konkurrieren. „Dieser Zug ist abgefahren“, sagte Rich, der bei Fords Roboterwagen-Sparte für das operative Geschäft zuständig ist. „Wir wollen nicht die Plattformen ersetzen, sondern den Fahrer.“ Die Software zum autonomen Fahren wird dabei von der Firma Argo AI entwickelt, die zur Hälfte Ford und Volkswagen gehört.

Ford will dabei ein eigens dafür entwickeltes Fahrzeugmodell als Robotaxi einsetzen. Ein Grund ist, dass die Wagen möglichst viel unterwegs sein müssen, um die Kosten der Roboterwagen-Technik wieder reinzuholen. Deshalb setzt Ford auch vorerst auf Hybrid-Antriebe mit Verbrennungsmotor statt auf reine Elektrofahrzeuge. Das liegt zum einen daran, dass die Fahrzeuge während der Batterieladezeiten kein Geld verdienen können. „Und zu viel schnelles Aufladen würde die Batterie früher kaputtmachen.“ Dabei sei der Stromverbrauch selbstfahrender Autos noch einmal deutlich höher durch die Roboterwagen-Technik an Bord.

„Es wäre verrückt, den Fahrer und das Roboterwagen-System zu bezahlen“
In jeder der Städte werde Ford den Bereich, in dem seine Robotaxis unterwegs sind, schrittweise ausbauen - wolle aber auch schon zum Start einen „bedeutenden“ Teil abdecken, sagte Rich. „In Miami sind wird jetzt zum Beispiel in Downtown, nördlich davon sowie in Miami Beach unterwegs.“ Anfangs sollen die Wagen noch mit einem Sicherheitsfahrer unterwegs sein. Die Zahl der Fahrzeuge „aggressiv ausbauen“ werde Ford aber erst, wenn kein Mensch mehr am Steuer sitzt. „Anders ergibt das wirtschaftlich keinen Sinn - es wäre verrückt, den Fahrer und das Roboterwagen-System zu bezahlen.“

Eine zentrale Frage dabei sei, mit welchem Tempo die selbstfahrenden Fahrzeuge sicher unterwegs sein können, betonte der Ford-Manager. Bei zu langsamen Geschwindigkeiten sei man nicht effizient genug.

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