MP3-Files gefälscht?

“Schwein-Sager”: Staatsanwalt stellt die Ermittlungen ein

Tirol
28.06.2010 15:12
Die Ermittlungen wegen Beweismittelfälschung rund um den angeblichen "Schwein-Sager" von Altlandeshauptmann van Staa sind von der Staatsanwaltschaft Feldkirch eingestellt worden. Eingebracht hatte die Anzeige der Ötztaler Kraftwerkskritiker Markus Wilhelm. Er hatte sich vor Gericht wegen übler Nachrede verantworten müssen. Beim Prozess sei laut Wilhelm ein manipulierter Tonbandmitschnitt zum Einsatz gekommen, der den von ihm aufgezeichneten "Sager" nur verstümmelt wiedergab.

Auf dem Mitschnitt habe das entscheidende Wörtchen "das" vor "Schwein" beziehungsweise "Schweigen" gefehlt. "Vorwegnehmend dargestellt ergibt sich, dass der SV (Sachverständige, Anm.) nicht klären konnte, welche konkreten Umstände für diesen Effekt verantwortlich sind", zitiert Wilhelm auf seiner Homepage aus dem Gerichtsgutachten. 

Der Gutachter sollte herausfinden, ob die vom Büro für interne Angelegenheiten (BIA) angeführte Ursache für das verstümmelte Tondokument nachvollziehbar ist. Der Sachverständige habe "weitergehende Analysen" empfohlen, was die Staatsanwaltschaft Feldkirch allerdings abgelehnt habe, schreibt Wilhelm. 

"Keine bewusste Manipulation"
Bereits im Juni 2009 stellte die Staatsanwaltschaft Feldkirch Ermittlungen in diesem Zusammenhang ein. Das BIA hatte im Zuge dieses Verfahrens eingeräumt, dass das Wort "das" durch "einen technischen Fehler" entfallen sei. Der Fehler sei beim Herstellen beziehungsweise Brennen der Daten von einem USB-Datenträger auf eine CD verursacht worden, gab das BIA an. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch sah darin "keine bewusste Manipulation". Wilhelms Rechtsvertreter brachte daraufhin einen Fortführungsantrag ein.

Van-Staa-Rede im September 2007
Stein des Anstoßes war und ist eine Rede Van Staas vor Mitgliedern des Deutschen Alpenvereins im September 2007. Darin soll dieser den damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer als Schwein bezeichnet haben. Van Staa bestritt dies stets und erklärte, er habe lediglich "Schweigen" gesagt. 

Wilhelm veröffentlichte einen MP3-Mitschnitt dieser Ansprache im Internet, was ihm einen Prozess wegen übler Nachrede einbrachte. Wilhelm wurde nicht rechtskräftig im zweiten Rechtsgang vom Vorwurf der üblen Nachrede freigesprochen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
28.06.2010 15:12
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung