19.12.2019 06:00 |

Über 200 Kinder krank

Jetzt rollt Grippewelle von Westen nach Osten

Früher als erwartet fesselt die Grippewelle ihre ersten Opfer ans Bett. Von dem heuer anscheinend äußerst aggressiven Virus betroffen sind vor allem Kinder. Sie stecken sich besonders rasch an. Die Innsbrucker Klinik spricht sogar bereits von einer Epidemie.

Diese dürfte sich nun weiter Richtung Ostösterreich ausbreiten. Nach den Weihnachtsferien wird wohl das ganze Land unter dem Virus A/H3N2 leiden. Der aktuelle Stamm trat in den vergangenen Saisonen kaum auf, weshalb sich nun sehr viele infizieren. Vor allem für Personen mit Vorerkrankungen wie etwa Herzleiden, Diabetes oder COPD kann Influenza einen dramatischen Verlauf nehmen und sogar tödlich enden! Experten raten deshalb gerade diesen Bevölkerungsgruppen, aber auch allen anderen, zur Impfung. Diese wird jedes Jahr neu zusammengesetzt, weil sich das Virus ständig verändert. A/H3N2 ist im diesjährigen Serum enthalten.

„Die Impfung mildert Schwere und Dauer der Influenza ab, so man überhaupt erkrankt“, erläutert Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber. „Wenn weite Teile der Bevölkerung, besonders Kinder, immunisiert sind, werden außerdem alle anderen viel seltener angesteckt. Davon profitieren neben den Nicht-Geimpften Ältere, bei denen die Impfung oft schlechter wirkt.“

Besser in Armbeuge niesen
Weiters ist jetzt laut Experten verstärkt auf Hygiene zu achten, wie etwa gründliches und auch häufigeres Händewaschen mit warmem Wasser und Seife. Zusätzlich gilt, von anderen Personen Abstand zu halten, große Menschenansammlungen nach Möglichkeit zu meiden und nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge zu niesen. Außerdem das Immunsystem mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichend Schlaf stärken!

„Kinder stecken die Großeltern an“
Die Influenza-Saison hat bereits begonnen. Der Sozialmediziner Michael Kunze vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien erklärt, warum die Grippeviren heuer besonders aggressiv sind.

„Krone“: Warum ist die Influenza heuer so aggressiv?
Michael Kunze: Die schnelle Verbreitung könnte daran liegen, dass in dieser Saison das Virus A/H3N2 grassiert. Dieses ist in den vergangenen Jahren kaum aufgetreten, weshalb die Menschen empfänglich dafür sind, vor allem Kinder.

Sind diese also besonders gefährdet?
Ja, aber auch ihre Großeltern! Eine Kindergruppe ist für das Virus ja das Schönste, was es gibt. Dort verbreitet es sich hemmungslos. Dann tragen die Kleinen es auch nach Hause und stecken ihre Familienmitglieder an. Lebensbedrohend kann es dann etwa für Oma und Opa werden, die eventuell Vorerkrankungen haben. 1000 bis 2000 Menschen sterben jedes Jahr an der Grippe.

Was hilft gegen die Bedrohung?
Natürlich die Impfung. Diese ist jedoch nicht perfekt, deshalb rate ich zusätzlich auch, dass man sogenannte Neuraminidase Hemmer (wie etwa Tamiflu) zu Hause hat, die bei den ersten Symptomen genommen werden sollen.

Wie wird der „Influenza-Angriff“ weitergehen?
Die Grippewelle hat heuer unerwartet zeitig begonnen. Sie rollt in Österreich eindeutig von West nach Ost, vielleicht kam sie aus dem Ausland. Nach den Weihnachtsferien wird es dann aber so richtig losgehen!

Kronen Zeitung

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