05.12.2019 11:30 |

Weltbodentag

Boden als Verbündeter in Sachen Klimaschutz

Am Mittwoch ist internationaler Weltbodentag! Der Boden bildet nicht nur die Grundlage für Ökosysteme, sondern schützt auch aktiv das Klima. Die Zunahme an versiegelten Flächen ist daher ein großes Problem.

Ohne Boden wäre kein Leben möglich. Er bildet die Grundlage für unsere Nahrung, reinigt das Trinkwasser und macht Niederschlag für Pflanzen verfügbar. Wissenschaftler vermuten, dass sich im Boden ein Viertel der weltweiten Biodiversität regt – vom Maulwurf über Spinnen bis hin zu kleinsten Bakterien.

Maria Legner vom Klimabündnis Tirol streicht einen weiteren positiven Aspekt heraus, dem immer mehr Bedeutung zukommt: „Der Boden ist auch ein wichtiger Verbündeter in Sachen Klimaschutz, da er viel Kohlenstoff speichert.“ Im Humus stecken 60 % Kohlenstoff. Auch wenn es um die Auswirkungen des Klimawandels geht, nehmen Böden eine wichtige Rolle ein, so Legner: „Durch veränderte klimatische Bedingungen, wie Extremwetterphänomene, sind wir mehr denn je auf einen gesunden Boden angewiesen – zum Beispiel als Wasserspeicher bei längeren Trockenperioden, die auf uns zukommen werden.“

Online-Fragebogen gibt den Gemeinden Tipps
Problematisch daher, dass immer mehr Flächen versiegeln, also durch Asphaltierung oder Bebauung wasserundurchlässig gemacht werden. „Wir sehen das als gravierendsten Faktor beim Bodenschutz. Steht ein Haus erst einmal, wird die Fläche so gut wie nie wieder entsiegelt“, erklärt die Fachfrau.

Die Nutzung von Grund und Boden liege nicht zuletzt in der Verantwortung der Gemeinden – sie sind für Landwirtschaft, Raumplanung usw. zuständig. Mit einem Online-Fragebogen möchte das Klimabündnis Tirol den Gemeinden Bodenschutz-Tipps vermitteln. „Man kann etwa die Versorgung mit Bio-Lebensmitteln aus der Region unterstützen“, zählt Legner eine der vielen Anregungen auf. Auch die Ortskernwiederbelebung, ökologisches Bauen und die Nutzung von Leerständen stehen im Fokus.

Auf Gartennutzung und Lebensmittel achten
Einzelpersonen können ebenfalls etwas zum Bodenschutz in Tirol beitragen:

  • Zum Beispiel beim Wohnen. „Ich habe Raumplanung studiert – der Traum des Einfamilienhauses ist in unserer Bevölkerung stark verankert“, regt Legner zum Nachdenken an. Auch würden die Wohnflächen immer größer – und somit auch die versiegelte Fläche pro Kopf (siehe „Daten & Fakten“).
  • Wer einen Garten besitzt, sollte auf chemische Pestizide, Mineraldünger und torfhaltige Erde verzichten. „Bienenfreundliche Pflanzen und Schlupfräume für Tiere stärken außerdem die Biodiversität“, rät die Klimabündnis-Expertin.
  • Bei der Ernährung sollte man im Hinterkopf behalten, wo die Produkte herkommen. Legner spricht Klartext: „Am besten für Boden und Klima sind biologische, regionale und saisonale Lebensmittel.“

„Böden bieten Blicke in die Vergangenheit“
Eine weitere, wichtige Bodeneigenschaft, an die man oft nicht denkt: „Der Boden baut sich über die Zeit auf und besteht aus mehreren Schichten. Wenn man runter gräbt, findet man sozusagen Archive“, erklärt Legner. Dies beziehe sich nicht nur auf archäologische Funde – aus dem Boden lassen sich auch frühere Wetterverhältnisse herauslesen. In den Worten der Expertin: „Durch den Boden kann man einen Blick in die Vergangenheit werfen.“

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