Selbstmordserie

Foxconn streicht in Zukunft Zahlungen an Hinterbliebene

Elektronik
11.06.2010 12:08
Der weltweit größte Elektronikhersteller Foxconn will keine Entschädigungen mehr an Hinterbliebene von Mitarbeitern in China zahlen, die Selbstmord begangen haben. Wie das taiwanesische Unternehmen am Donnerstag in Taipeh erklärte, hänge diese Entscheidung mit der angekündigten Sozial-Initiative zusammen, in deren Rahmen Foxconn unter anderem die Löhne seiner Beschäftigten verdoppeln will und Hinterbliebenen auch Trauerdienste anbietet.

Chinesischen Medienberichten zufolge hatte das Unternehmen Hinterbliebenen vor der jetzigen Entscheidung bis zu 100.000 Yuan (etwa 12.100 Euro) gezahlt. Foxconn selbst erklärte, die Zahlungen seien individuell festgelegt worden. Beobachter hatten spekuliert, einige Arbeiter könnten sich umgebracht haben, um Zahlungen für ihre Verwandten zu erhalten.

In dem Werk des IT-Herstellers in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen hatten sich seit Beginn des Jahres zehn Mitarbeiter das Leben genommen, ein elfter in einem Werk im Norden Chinas. Arbeitsrechtler machten für die Suizide schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich. Die Selbstmorde schürten bei den Verantwortlichen Angst vor sozialen Unruhen. China konnte bislang vor allem aufgrund seiner niedrigen Löhne als Wirtschaftsstandort auftrumpfen.

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