06.11.2019 06:00 |

Neue Initiative

Die Steiermark braucht viel mehr Pflegeeltern

Kinder brauchen ein echtes Zuhause! Nur die Hälfte der knapp 2000 steirischen Kindern, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, hat einen Platz bei einer Pflegefamilie. In Leibnitz hat sich nun eine Initiative mit prominenten Unterstützern geformt, damit mehr Menschen ihr Haus und Herz für Pflegekinder öffnen.

Nur noch 48-mal schlafen! Eltern wissen, spätestens nach dem Laternenfest beginnt bei den Kleinen das Warten auf das Christkind. Das Fest der Liebe hat auch in unserer digitalisierten Welt nichts von seinem Zauber verloren. Doch viel zu vielen Kindern und Jugendlichen in der Steiermark ist es nicht vergönnt, den Heiligen Abend bei ihrer leiblichen Familie zu verbringen.

Kinder müssen in andere Bundesländer
Von diesen 2000 Kindern leben nur 998 bei einer Pflegefamilie. Österreichweit ist das zwar die „Top-Quote“, von Jubel ist man dennoch weit entfernt. „Weil wir bei uns in der Region nur für jedes zweite Kind Pflegeeltern finden, müssen wir sie in die Obersteiermark oder gar in andere Bundesländer schicken“, schüttelt Wolfgang Klemencic, Sozialreferent der Bezirkshauptmannschaft (BH) Leibnitz, den Kopf. Die Kinder verlieren somit mit einem Schlag ihr gesamtes soziales Umfeld.

Das System steht an
Gemeinsam mit Kommunikationsprofi Volkmar Pötsch hat Klemencic nun eine Initiative gegründet, um zum einen für Pflegeeltern zu werben und zum anderen Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft zu betreiben. „Das System steht einfach an - deshalb wollen wir viele Leute ins Boot holen.“ Also dockte man bei dem Pflegeeltern-Netzwerk Affido, den Bürgermeisterinnen Ursula Malli (Kitzeck) und Elke Halbwirth (Gleinstätten), Chocolatier Josef Zotter (der eine „Danke“-Schokolade für alle Pflegeeltern entwarf) und Ex-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic an. Letztere wuchs selbst als Adoptivkind auf. „Und daher weiß ich nur zu gut, dass jedes Kind ein echtes Zuhause braucht.“

Politik ist gefordert
Und auch an die Politik hat man Forderungen. Martin Ofner, leitender Sozialarbeiter an der BH Leibnitz: „Die Leistung von Pflegeeltern muss endlich gewürdigt werden. Dazu braucht es auch vernünftige Qualifizierungsmaßnahmen. Bis jetzt gibt es ja lediglich einen 42-stündigen Vorbereitungskurs.“ Für Tagesmütter sind übrigens rund 400 Stunden vorgeschrieben

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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