Chaos – das herrscht nicht nur im Magistrat, wenn's um den suspendierten Direktor Peter Jost geht, sondern auch bei der Justiz. Denn seit Monaten sind die Ermittlungen hauptsächlich davon geprägt, dass sich die Klagenfurter Staatsanwaltschaft und die eigens für solche Fälle geschaffene Korruptionsbehörde in Wien die Akten gegenseitig zuschieben. Dr. Helmut Jamnig: "Da es um Amtsmissbrauch und Korruptionsdelikte geht, sind wir der Ansicht, dass die Wiener Kollegen zuständig sind."
Auch hochrangige Politiker verdächtigt
Der Fall wanderte also dorthin – kam aber postwendend wegen Unzuständigkeit wieder retour. Also wurde als Schiedsrichter die Generalprokuratur eingeschaltet, die wiederum auch der Ansicht war, dass die Kärntner Justiz die Sache selbst aufklären müsse – sofern nicht neue Erkenntnisse auftauchen. "Die liegen jetzt vor", so Jamnig weiter. "Unter den gut 20 Beschuldigten sind auch hochrangige Politiker und Beamte."
Daher ist nun nach der Razzia im Rathaus, wo sich Jost eingesperrt hatte und Akten verschwunden sind, alles in den Kompetenzbereich der Korruptionsjäger abgeschoben worden. Dass dieser Justizstreit die Aufklärung verzögert, dementiert Jamnig: "Die Ermittlungen sind ja trotzdem die ganze Zeit gelaufen!"
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