Es sind Szenen, die einem durch Mark und Bein gehen: Eine junge Mutter wollte am Dienstag samt Kind im Kinderwagen vom Bahnhof Jenbach mit dem Zug nach Wörgl reisen. Beim Einstieg in die S-Bahn kam sie zu Sturz. Die Frau nahm ihr Kind auf den Arm und stieg in den Zug ein. Passanten wollten ihr den Buggy nachreichen, doch die S-Bahn fuhr einfach auf und davon ...
„Gegen Mittag saß ich im Café beim Bahnhof. Ich sah eine junge Frau, die auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig mit ihrem Kind, das in einem Kinderwagen saß, auf die S-Bahn gewartet hat. Sie wollte mit dem Zug um 12.09 Uhr nach Wörgl fahren“, schildert ein Zeuge.
„Sie rutschte mit Kinderwagen ab“
Als die S-Bahn einfuhr, wollte die Mutter samt Kind einsteigen. „Doch sie rutschte mit ihrem Kinderwagen, der vorne mit einem Reifen und hinten mit zwei Reifen ausgestattet war, ab und zog den Wagen wieder zurück. Dabei kam sie samt Kinderwagen zu Sturz. Passanten eilten der Frau sofort zur Hilfe“, erzählt der Mann.
Als die junge Mutter wieder auf den Beinen war, nahm sie ihr Kind in den Arm und stieg auf Anraten der Passanten unverzüglich in den Zug ein. „Die Anwesenden wollten ihr dann den Kinderwagen, in dem sie unter anderem ihre Tasche und Utensilien für das Kind aufbewahrte, nachreichen“, erinnert sich der Zeuge.
Passanten versuchten, die Tür aufzubekommen
Doch dann ging auf einmal die Tür zu. Die Passanten versuchten noch, sie wieder aufzubekommen - allerdings ohne Erfolg. „Der Zug fuhr samt Mutter und Kind ab, der Kinderwagen mit all den Wertgegenständen blieb am Bahnsteig zurück“, schildert der Mann fassungslos. Ihn beschäftigt eine Frage: „Wie kann es sein, dass sich der Lokführer einfach so aus dem Staub gemacht hat?“
„Der Vorfall tut uns natürlich aufrichtig leid“
Eine Antwort darauf hat ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair: „Der Lokführer hat das Ein- und Aussteigen am Bahnhof Jenbach über die Kameras beobachtet. Für ihn war nicht ersichtlich, dass noch jemand den Wagen in den Zug hineingeben wollte. Und hätte sich im Türraum noch etwas bewegt, wäre die Tür nicht zugegangen. Dafür sorgen die roten Lichtschranken. Es ist alles regulär abgelaufen. Aber es tut uns sehr leid, dass die Situation für Mutter samt Kind so unangenehm war!“
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