Von 2007 bis 2009 hatte der drogenabhängige Angeklagte, der am Freitag am Innsbrucker Landesgericht vor Richter Bruno Angerer stand, in etlichen Zugriffen 9.200 Euro vom Konto seiner behinderten Schwester für sich abgebucht. Um damit Drogen einzukaufen. Zerknirscht rollte der Mann vor Gericht eine wahre Familientragödie auf: seine fatale und teure Drogensucht, sein Vater, über dessen desaströse Lebenseinstellung er lieber den Mantel des Schweigens breiten will und letztlich die Behinderung seiner Schwester.
"Ich werde ihr alles auf Heller und Pfennig zurückzahlen!", beteuerte der Angeklagte, schon einmal wegen Heroingeschäften vorbestraft, vor Gericht. Um einer Strafe zu entgehen, kam diese Einsicht aber viel zu spät.
Der Mann wurde wegen Untreue verurteilt: Weil er seine vom Pflegschaftsgericht eingeräumten Befugnisse, fremdes Geld zu verwalten, missbraucht hat. Das nicht rechtskräftige Urteil, das nur wegen seines Geständnisses so milde ausfiel: 1.800 Euro Geldstrafe. Die Häfte, 900 Euro, muss er zahlen, der Rest ist bedingt.
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