Er will berufen

Oberländer gesteht: Betrüger “Ja”, aber Erpresser “bin i nit”

Tirol
27.05.2010 18:06
In Saus und Braus hat ein Oberinntaler (51) über Jahre auf Kosten anderer gelebt. Er hatte es bestens verstanden, sich als erfolgreicher Geschäftsmann auszugeben. Um Hunderttausende Euro wurden seine Partner betrogen. Das alles gab er vor Gericht zu. Aber, ein "Inkassant" für Sex-Hotlines zu sein, bestritt der Angeklagte.

Wegen schweren, gewerbsmäßigen Betruges und wegen Erpressung wurde Hermann K. (51) am Donnerstag am Innsbrucker Landesgericht zu 3,5 Jahren Haft verurteilt. Er legte sofort Berufung ein. Nicht gegen seine 16 Betrugsdelikte. Mit denen er Geschäftspartner laut Anklage mit dem Verkauf von Mobilfunkverträgen, Autohandel, Treibstoff-Ankauf und -Lieferung sowie mit Gratis-Einmietungen und Gratis-Konsumationen von Speisen und Getränken um über 200.000 Euro schädigte. Aber gegen das weitere Delikt der Erpressung wehrte sich der Angeklagte mit Händen und Füßen.

Laut Staatsanwältin Gabriele Ginther schwindelte der Angeklagte irgendwelchen Kunden auf Zufallsadressen vor, er sei der zuständige Mann für das Inkasso einer Sex-Hotline, welche diese Kunden enorm in Anspruch genommen hätten. Er habe viele Schreiben unter dem Titel "Letzte Mahnung" versandt, in denen diese Kunden aufgefordert wurden: "Zahlen Sie sofort 77 Euro auf die Kontonummer xy ein. Andernfalls sehen wir uns gezwungen, die Angelegenheit einem Innsbrucker Anwalt zu übergeben und den Rechtsweg zu beschreiten." - Der Angeklagte: "Des war i nit und aus!"

Der Schöffensenat sah dagegen die Beweiskette als lückenlos geschlossen an. Nicht rechtskräftiges Urteil: 3,5 Jahre Haft.

von Hans Licha, Tiroler Krone

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Tirol
27.05.2010 18:06
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung