04.10.2019 18:49 |

Täter war Konvertit

Terror-Ermittlungen nach Messerangriff auf Polizei

Nach der tödlichen Messerattacke am Donnerstag im Paris Polizeihauptquartier haben nun Anti-Terror-Spezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Offenbar haben sich die Anzeichen für eine Radikalisierung des getöteten Attentäters nach der Auswertung seines Handys und der Befragung von Personen aus seinem näheren Umfeld erhärtet.

Bei der Attacke waren fünf Menschen getötet worden - vier Mitarbeiter und der Angreifer im Zuge des Polizeieinsatzes. Der mutmaßliche Täter war 45 Jahre alt und arbeitete seit 2003 als Angestellter im Polizeihauptquartier. Der Tatverdächtige sei vorher nie negativ aufgefallen. Der Informatiker, der in der als sensibel geltenden Abteilung „Direction de renseignement“ des Polizeipräsidiums arbeitete, in der es unter anderem um den Kampf gegen Terrorbedrohungen geht, war vor 18 Monaten zum Islam konvertiert.

In Medienberichten war bisher von einem internen Konflikt innerhalb der Polizeibehörde als möglichem Motiv die Rede. Ein terroristischer Hintergrund wurde aber von Beginn an nicht dezidiert ausgeschlossen.

Französische Regierung warnt vor voreiligen Schlüssen
Die französische Regierung warnte allerdings vor Spekulationen über das Motiv des Täters. „Weil man Muslim ist, ist man noch lange kein Terrorist. Ein Übertritt zum Islam ist nicht automatisch ein Zeichen für eine Radikalisierung“, sagte eine Regierungssprecherin.

Der in dieser Form beispiellose Fall löste in Frankreich Entsetzen und Trauer aus. Die Polizeipräfektur sei mit dem Angriff so schwer wie nie zuvor getroffen worden, hieß es. Am Vormittag versammelten sich zahlreiche Menschen vor dem Hauptquartier auf der Seine-Insel Ile de la Cite zu einer Schweigeminute. Dort wurde auch ein Kondolenzbuch aufgestellt.

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