Die große Wählerstrom-Analyse zur Nationalratswahl 2019 zeigt, welchen Parteien die Steirer die Treue hielten und welchen sie den Rücken kehrten. Vor allem Sebastian Kurz war ein „Magnet“. Auffallend: Nach der HC-Strache-Spesenaffäre blieben am Sonntag viele FPÖ-Sympathisanten zuhause.
Auch wenn sie eine Sympathieträgerin war und ist: Ex-Ministerin Juliane Bogner-Strauß, Nationalrats-Spitzenkandidatin der ÖVP, war nicht der Hauptgrund, warum mehr als 38 Prozent der Steirer ihr Kreuzerl bei den Türkisen machten. Er war - wenig überraschend - der alte und neue Bundeskanzler, wie eine Wählerstromanalyse der Institute SORA und ISA im Auftrag des ORF ergeben hat.
Fast alle blieben Kurz treu
Kurz ist überhaupt so etwas wie ein Wählermagnet: Wer ihm bereits vor zwei Jahren das Vertrauen ausgesprochen hatte, tat dies am Sonntag wieder: in Summe waren es 83 Prozent. „Untreu“ wurden der „Liste Sebastian Kurz“ in unserem Bundesland dagegen nur wenige: Lediglich drei Prozent der ÖVP-Wähler von 2017 wanderten in Richtung SPÖ ab, ein Prozent wechselte zu den Freiheitlichen, und immerhin sieben Prozent gingen an die Grünen verloren, die neben der ÖVP zu den großen Gewinnern zählten (13 Prozent).
Die Roten verloren an Türkise und Grüne
In die Riege der Verlierer mussten sich bekanntlich die Sozialdemokraten einreihen, die erstmals unter die magische 20-Prozent-Marke fielen. Und wohin „flüchteten“ die mehr als fünf Prozent ehemaligen Roten?
Nun, 13 Prozent entschieden sich heuer für Sebastian Kurz, elf Prozent wählten grün. Nur zwei Drittel blieben bei der SPÖ. Ein echtes Alarmzeichen, da die Partei noch vor wenigen Jahren einen der höchsten Stammwähleranteil hatte.
Viele blaue Anhänger gingen gar nicht wählen
Diesmal nicht mit einem blauen Auge davongekommen sind die Blauen - ja, es war schon fast ein K.-o.-Schlag, den die mehr als 950.000 Wahlberechtigten der Truppe rund um Mario Kunasek und Hannes Amesbauer versetzten.
Nur jeder zweite FPÖ-Wähler von 2017 wählte wieder blau, die meisten Stimmen gingen an die ÖVP verloren: „Fast jeder fünfte Blau-Wähler von 2017 lief heuer zur Volkspartei über“, analysieren die SORA-Experten. Die meisten einstigen Strache-Fans - in Summe jeder Fünfte - blieben überhaupt zuhause.
Schwarz brachte Grün einen großen Wahlsieg
In der Steiermark sind Schwarz und Grün schon jetzt eine gute Kombi - Nationalrats-Frontmann Jakob Schwarz bescherte der wieder auferstandenen Ökopartei ein gewaltiges Plus von mehr als zehn Prozent. Die holten sie sich hauptsächlich von der SPÖ und NEOS. Wählerverluste mussten die steirischen Klimaschützer dagegen nur sehr wenige hinnehmen: Drei Viertel ihrer Anhänger blieben ihnen laut der Analyse treu.
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