Insider packen aus

AvW-Skandal: Neue Hinweise auf dubiose Geldflüsse

Kärnten
27.04.2010 18:08
In der Affäre um die AvW sind am Dienstag gleich mehrere glücklich gewesen: Der Verteidiger, weil er glaubt, den schwersten Vorwurf gegen Firmenboss Auer von Welsbach entkräften zu können, und gleichzeitig die Anklagebehörde, weil es neue Hinweise auf dubiose Geldflüsse von 5,3 Millionen Euro geben soll.

Die 1991 von Wolfgang Auer von Welsbach gegründete Investmentfirma ist ein verschachteltes Konglomerat aus AG, GmbH und Stiftungen. So soll es auch gelungen sein, Darlehen und Transaktionen so zu verschleiern, dass nicht jeder im Krumpendorfer Anlagehaus darüber Bescheid wusste.

Das beteuert auch der Ex-Vorstand Arnulf Komposch, dessen "einvernehmliche" in eine "fristlose Kündigung" umgewandelt wurde: "Ich werde kriminalisiert. Dabei habe ich nur aufgedeckt, was nach meinem Dafürhalten strafrechtlich nicht in Ordnung sein könnte." Der ehemalige Villacher Kripochef wird wohl einen Arbeitsprozess anstrengen.

Vorwurf: Steuerhinterziehung
Firmenanwalt Franz Großmann entgegnet: "Es gibt genügend Gründe für die Fristlose." Aber er hat andere Sorgen: Immerhin sitzt sein Klient Auer von Welsbach in U-Haft. Unter anderem wird ihm Steuerhinterziehung vorgeworfen. "Die ist in diesem Strafverfahren vom Tisch", glaubt Großmann. "Denn erst muss das Finanzamt klären, ob das überhaupt ein Finanzvergehen ist."

Doch es gibt genügend weitere Vorwürfe – etwa den, dass 5,3 Millionen Euro über Kredite und fiktive Aktienkäufe verschoben wurden. Geld, das eigentlich den Anlegern gehört, sei so zurück zum AvW-Chef geflossen, der damit wieder seinen Aktienkurs manipulieren konnte.

von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"

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