25.07.2019 16:17 |

„Würde gefährdet“

Kühe mit gefärbtem Fell: Anzeige gegen Hüttenwirt

Weil er seine Kühe mit gefärbtem Fell auf die Weide geschickt hat, hat ein Kärntner Hüttenwirt eine Anzeige am Hals. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) sieht nicht nur die „Würde der Tiere gefährdet“, sondern ortet auch einen Gesetzesverstoß. Hüttenwirt Johann Maier gab sich am Donnerstag einsichtig: „Wenn das wirklich verboten ist, werde ich mich danach richten.“

Die Kühe rund um die Neugarten Almseehütte auf der Gerlitzen (Bezirk Villach-Land) sind schon seit Jahren ein Hingucker - immerhin haben sie Aufschriften, wie „Buttermilch“, „Apfelstrudel“ oder „Kasnudl“ ins Fell gefärbt und machen damit Werbung für den nahen Gastronomiebetrieb. Das stößt den Tierschützern auf: Insbesondere die Aufschrift „Speck“ auf einer Kuh „hat einen sehr negativen und makaberen Beigeschmack, immerhin werden auch diese Rinder früher oder später getötet, zu Fleisch verarbeitet und vermutlich auf besagter Berghütte verkauft und verspeist“, hieß es in einer Aussendung.

Verbot existiert wirklich
Der VGT beruft sich auf das Österreichische Tierschutzgesetz - und tatsächlich gibt es seit einer Novelle im Jahr 2017 eine Passage, die zur Causa passt. In Paragraf 7 (Verbot von Eingriffen an Tieren) ist neben dem Kupieren von Schwanz oder Ohren auch eine Textstelle zu finden, die das Tätowieren oder Verfärben von Haut, Federkleid oder Fell „aus ästhetischen oder kommerziellen Gründen“ verbietet.

Maier zeigte sich überrascht: „Das wusste ich nicht. Aber Unwissenheit schützt ja bekanntlich nicht.“ Seit 15 Jahren werde das Fell von einigen Kühen auf seiner Weide gefärbt. „Wir verwenden ausschließlich Naturfarben, die den Tieren nicht schaden. Beim Färben war auch immer ein Friseur dabei.“ Es seien auch nur handzahme Kühe dafür infrage gekommen: „Einerseits, weil sich eine unruhige Kuh so etwas gar nicht gefallen lassen würde. Und andererseits würden wir unsere Tiere auch nie unter Stress setzen.“

Wirt wusste nicht von Anzeige
Von der Anzeige habe er erst über Medienanfragen erfahren, zugestellt bekommen habe er noch nichts, sagte Maier. Wenn es aber so weit ist, werde er sich mit einem Anwalt beraten - und dann könnte es mit dem Färben wohl ein Ende haben.

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