Riesige blaue Flecken

Unterländer Bub misshandelt: Mutter und Opa verurteilt

Tirol
21.04.2010 11:20
Zu bedingter Haft und unbedingten Geldstrafen sind am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht eine 26-jährige Unterländer Mutter und ihr Vater (64) verurteilt worden. Sie hat laut Urteil ihr Kind (6) misshandelt und verbrüht, er schlug und verletzte den Buben. Von Amts wegen wurde der Bub nun im Kinderdorf untergebracht.

Zusammengekauert saß der damals sechsjährige Bub im März 2009 mit argen Rückenschmerzen in einer Ecke im Kindergarten. Er wollte nicht mit den anderen Kindern spielen. Die Kindergartentante ging der Sache nach und entdeckte riesige blaue Flecke im Rücken des Buben. "Das war mein kleiner Bruder", sagte der 6-Jährige auf Befragen. Was ihm offenbar "eingetrichtert" worden war. Behörden wurden eingeschalten, Anzeige erstattet. 

Gerichtsmediziner Walter Rabl stellte fest: „Solche Verletzungen kann nur ein Erwachsener zugefügt haben.“ Letztlich gab der Opa auf Befragen der Beamten zu, dass er seinen Enkel mit der Faust verdroschen habe. "Er war alm so unguat und hat mi provoziert", sagte der 64-Jährige beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht zu Richterin Helga Moser (Bild). Auch die Kindesmutter gestand, zum Leid des Buben beigetragen zu haben.

Aus Unachtsamkeit hatte die Mutter ihr Kind beim Haareschneiden verletzt und es beim Pommes-Machen mit heißem Öl verbrüht. Sie hatte es zudem verabsäumt, ihr Kind vom Arzt behandeln zu lassen, als es sich im Genitalbereich verletzt hatte – oder gar verletzt worden war. Nicht rechtskräftiges Urteil: Zehn (für sie) bzw. neun Monate Haft, jeweils bedingt, plus Geldstrafen: 600 Euro für sie, 2.400 Euro für ihn.

von Hans Licha, Tiroler Krone
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