Mitarbeiter zahlreicher großer Unternehmen und auch des Finanzamtes Innsbruck nutzten das ganz besondere Service aus Wien, wie der Präsident der Tiroler Landesgeschäftsstelle der Apotheker, Martin Hochstöger, berichtet. Die Bestellungen erfolgten über das Internet, geliefert wurden die bestellten Apotheken-Produkte innerhalb weniger Tage - verschreibungspflichtige Arzneimittel zum Teil auch ohne Rezept.
Als die Tiroler Apotheker den illegalen Handel bemerkten, "haben wir gehandelt und uns ausschließlich auf rezeptpflichtige Arzneimittel konzentriert", so Hochstöger. Der Versandhandel sei nämlich verboten. Die Produktpalette hätte sich "quer durch den Gemüsegarten" bewegt, von der Anti-Baby-Pille bis zum Potenz-Medikament.
Klagen sollen Versand zukünftig unterbinden
Gegen die Wiener Apotheker, die ihre Läden in den Bezirken Ottakring und Alsergrund betreiben, wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Rainer Prinz, Jurist der Österreichischen Apothekerkammer in Wien: "Wir haben zwei Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs eingebracht. Solche Verfahren gehen praktisch immer auf Unterlassung." Offen seien disziplinarrechtliche und verwaltungsrechtliche Konsequenzen für die Beteiligten.
Wie die Apotheker mit ihren Rabatten von bis zu 50 Prozent Gewinne erzielen wollten, sei für Hochstöger nach wie vor ein Rätsel. "Ich habe mir das mit Rabatten von 30 bis 50 Prozent auszurechnen versucht. Entweder ich kann nicht rechnen - oder die anderen." Solche Abschläge seien einfach unwirtschaftlich.
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