06.06.2019 16:39 |

In Müll entsorgt

Verdächtige lebten tagelang neben dem Toten

Neue erschütternde Details im Fall des Mordes ohne Leiche in einem Wiener Gemeindebau im Bezirk Ottakring: Die beiden dringend Tatverdächtigen dürften offenbar zwei Tage lang neben dem Toten gelebt und auch Sex gehabt haben, ehe sie den Leichnam in einen Müllcontainer legten.

Die beiden Männer hatten sich am Tattag mit der besachwalteten 30 Jahre alten Frau und Wohnungsmieterin getroffen, die seit 2005 an einer ärztlich bestätigten paranoiden Psychose leidet. In ihrer Wohnung wurde reichlich Alkohol konsumiert. Zum letztlich tödlichen Streit dürfte es gekommen sein, weil das spätere Opfer die Frau geküsst haben soll. Die jedoch war zu diesem Zeitpunkt mit dem anderen Mann „verbandelt“. „Sie waren kein Paar, sie hatten nur Sex miteinander“, berichtete Verteidigerin Astrid Wagner, die die Vertretung der 30-Jährigen übernommen hat, am Donnerstagnachmittag.

Der 43-Jährige kassierte zunächst Schläge, erlitt dabei einen Nasenbeinbruch und blieb blutend am Boden liegen. Offenbar verlor er dann das Bewusstsein oder schlief ein.

„Jo, moch wos“
Danach entschlossen sich die beiden Verdächtigen dazu, den Mann zu töten. Wie es genau dazu kam, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. „Sie hat ihn nicht angestiftet, sie ist nur dabeigesessen“, so Verteidigerin Wagner. Der zweite dringend Tatverdächtige - ein Ungar - behauptet allerdings, er habe die Frau zunächst gefragt, ob er mit dem Werkzeug - Schraubenzieher und Meißel - „was machen soll“. Darauf habe die 30-Jährige ihn aufgefordert: „Jo, moch wos.“ Dem sei er nachgekommen.

Den Toten wickelten sie danach in Decken und beließen die Leiche vorerst in der Wohnung. Erst zwei Tage danach brachte das Duo den Leichnam zum Müllcontainer - in dem Wissen, dass dieser noch am selben Tag von der MA 48 geleert wird. Um die sterblichen Überreste des 43-Jährigen zu verstecken, bedienten sie sich am Inhalt eines anderen Müllbehälters und bedeckten den Toten damit.

Leiche wohl bereits verbrannt
Die Polizei rechnet nicht mehr damit, den Leichnam noch zu finden. Er dürfte bereits verbrannt worden sein. Suchanordnungen gibt es keine mehr. Über die Verdächtigen wurde unterdessen vom Landesgericht die bei Mordverdacht bedingt obligatorische U-Haft verhängt, bestätigte Gerichtssprecherin Christina Salzborn. Vermutlich wird im Zuge des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, um abzuklären, ob bei der 30-Jährigen Zurechnungsfähigkeit gegeben ist.

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