06.06.2019 14:55 |

Anrainer geschockt

Mord ohne Leiche: „Haben Behörden gewarnt“

Muss immer erst etwas passieren, bis etwas passiert. Dieser abgedroschene Satz passt zum Wiener Brennpunkt-Gemeindebau Karl-Volkert-Hof, in dem - wie berichtet - ein Mann getötet und wie Müll entsorgt wurde. Dabei hätten die Behörden schon viel früher reagieren können. Alle waren längst gewarnt.

Und zwar vor „Melli“ von Stiege 2, Tür 9, die mit ihrem „Dave“ in den Mord verwickelt sein soll. Die Verdächtige ist für die Bewohner des Hofes jedenfalls keine Unbekannte. „Sie warf ständig volle Müllsäcke und leere Wodkaflaschen aus dem Fenster auf Passanten im Innenhof“, sagt der direkte Nachbar. „Polizeieinsätze standen an der Tagesordnung.“

„Wussten, dass irgendwann etwas Schreckliches passiert
Wenn sie zum Beispiel völlig zugedröhnt und besoffen unter dem Eingangsbogen lag. Oder Bewohner anpöbelte und attackierte. Oder aus sämtlichen Lokalen in der Thaliastraße flog. „Wir haben die Behörden immer wieder gewarnt“, erklärt Lotte Lehner. „Wir wussten, dass irgendwann etwas Schreckliches passiert.“ Und so kam es dann auch. Das Paar soll am Montag vergangene Woche einen 43-Jährigen mit Schraubenziehern und einem Hammer totgemeißelt haben – erst nach zwei Tagen warfen sie die Leiche mit den schweren Kopfwunden in den Mist.

Aber auch der Stadt war „Melli“ amtsbekannt. Wiener Wohnen bestätigt „zahlreiche Beschwerden“. Auch hier stellt sich die Frage: Warum wurde sie nicht längst delogiert?

Michael Pommer und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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