Seit Monaten setzt sich die „Krone“ gegen den Plastikwahnsinn ein. Ein erster Erfolg war das Verbot von Plastiksackerln ab 2020. Für die Tiroler Grünen ist das ein erster richtiger Schritt, aber in Summe zu wenig, um Plastik wirklich zurückzudrängen. Sie plädieren für Mehrwegverpackungen und einer Rückkehr zur Kreislaufwirtschaft. „Plastik an sich ist nicht zu verteufeln. Aber Einwegplastik ist wirklich nicht zu rechtfertigen. In den 1990er-Jahren waren zum Beispiel zwei Drittel der Getränke Mehrwegverpackungen mit Pfand, heute sind es eigentlich nur mehr die Bierflaschen, die nur 20 Prozent ausmachen. Diese Negativspirale muss durchbrochen werden“, sagt der Grüne Wirtschaftssprecher Georg Kaltschmid.
Antrag der Grünen im Tiroler Landtag
Alleine in Tirol werden im Jahr bis zu 55 Millionen Plastikflaschen verwendet. So häuft jeder Tiroler im Jahr 32 Kilogramm Plastikmüll an. Dieser Entwicklung will die schwarz-grüne Koalition entgegenwirken. In einem Antrag im kommenden Landtag wird die Bundesregierung aufgefordert, Mehrwegverpackungen zu fördern und die Einführung einer österreichweiten Pfandlösung zu prüfen.
Forschungstopf für Alternativen zu Plastik
„Wenn es die Bundesregierung, allen voran Elisabeth Köstinger, ernst meint mit dem Kampf gegen den Plastikwahnsinn, dann muss sie sich diesem Thema annehmen“, fordert Kaltschmid. Der Grüne Mandatar spricht sich außerdem für einen millionenschweren Forschungstopf für alternative Verpackungen aus. „Verpackung ist ein Milliardengeschäft. Und allen ist klar, dass Plastik in der Menge keine Zukunft hat und von der EU immer weiter zurückgedrängt wird. Wenn Österreich die Forschung und Entwicklung jetzt gezielt fördert, dann sind wir Vorreiter in einem schnell wachsenden Markt“, schließt Georg Kaltschmid.
Markus Gassler, Kronen Zeitung
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